Wegen Dschungelcamp-Reise: Mutter von Nathalie Volk erneut vor Gericht

Lüneburg - Sie reiste als moralische Unterstützung mit, doch nun steht die Mutter von Dschungelcamp-Kandidatin Nathalie Volk genau deswegen vor Gericht.

Bereits 2018 stand die Mutter von Nathalie Volk vor Gericht.
Bereits 2018 stand die Mutter von Nathalie Volk vor Gericht.  © DPA

Vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg geht es seit Mittwoch um die berufliche Zukunft der Mutter. Die Lehrerin hatte ihre Tochter Nathalie Volk - bekannt aus der Casting-Show "Germany's Next Topmodel" - im Januar 2016 zum RTL-Dreh des Dschungelcamps nach Australien begleitet, der Fall hatte schon eine ganze Reihe von Gerichten beschäftigt.

Im Strafverfahren wurde die Beamtin rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie sich nach Überzeugung der Richter für die Reise eine Krankschreibung erschlichen hatte.

Ein Urteil zur beruflichen Zukunft wurde am Mittwoch nicht verkündet. Die Entscheidung solle schriftlich zugestellt werden, kündigte die Kammer an. Damit wird das Ergebnis erst publik, wenn es bei der Landesschulbehörde und der Lehrerin eingegangen ist.

Möglicherweise werde auch noch ein Arzt gehört, dann würde ein weiterer Verhandlungstag angesetzt werden. Der Pädagogin droht die endgültige Entfernung aus dem Beamtenverhältnis, wie von der niedersächsischen Landesschulbehörde angestrebt. Sie sei für den Schuldienst nicht mehr tragbar, sagte der Behördenvertreter.

Nathalie Volk unterstützte ihre Mutter beim Gang vor Gericht. (Archivbild)
Nathalie Volk unterstützte ihre Mutter beim Gang vor Gericht. (Archivbild)  © DPA

Der Rechtsvertreter der Pädagogin meinte dagegen: "Auch Lehrer müssen Fehler begehen können." Er sprach von einem "episodenhaften Verstoß" und trat für eine mildere Sanktion ein. Sollte die Klage nicht abgewiesen werden, so kommen auch eine Zurückstufung, eine Kürzung der Bezüge, eine Geldbuße oder ein Verweis infrage.

Der Vorsitzende Richter Frank Hüsing sah Anzeichen für ein längeres Fehlverhalten. So habe die Beschuldigte trotz ausdrücklicher Belehrung noch im April 2017 und Januar 2018 Interviews gegeben. "Irgendwann sollte das Nachdenken auch einsetzen", sagte er.

Zeugen waren am Mittwoch nicht geladen, auch die beklagte Pädagogin blieb der Verhandlung fern. Sie habe bewusst die Öffentlichkeit meiden wollen, um zu zeigen, dass sie aus ihren Fehlern gelernt habe, sagte ihr Anwalt.

In einem Schreiben hatte sich die 49-Jährige entschuldigt. Doch auch wenn der Befund im Attest nicht gestimmt habe, so sei sie doch krank gewesen, hieß es darin.

Das Verwaltungsgericht hatte zunächst die Entscheidung im Strafverfahren abgewartet. Das Oberlandesgericht Celle bestätigte im vergangenen August die vom Landgericht Lüneburg verhängte Geldstrafe und verwarf eine Revision. Das Landgericht hatte die Beamtin im März 2018 wegen des Gebrauchs eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses verurteilt. Es reduzierte die vom Amtsgericht Soltau verhängte Strafe auf 90 Tagessätze von je 60 Euro.

Sollte die Schulbehörde vor dem Verwaltungsgericht scheitern, will sie nach Angaben einer Sprecherin eine Berufung beim niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) prüfen. Der Anwalt der Lehrerin wollte keine Auskunft zum weiteren Vorgehen geben.

Die Sache hatte schon im Februar 2018 das OVG beschäftigt. Die Frau sei zu Recht vorläufig vom Dienst suspendiert worden, entschieden da die Richter. Bis zu einer endgültigen Entscheidung bekommt die Lehrerin nur die halben Bezüge, immerhin noch rund 2100 Euro netto.

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