Mann hat 14 Zehen: Eltern halten es für Geschenk des Himmels

Lufeng (China) - Über Jahrzehnte lang lebte der Patient (21), genannt Ajun, aus China mit einer Missbildung an seinem linken Fuß. Er konnte neun statt fünf Zehen vorweisen. Seine Eltern hielten das immer für ein Zeichen des Glücks und ließen ihn nicht operieren.

Sandalen trug der 21-Jährige seit über zehn Jahren nicht mehr. (Symbolbild)
Sandalen trug der 21-Jährige seit über zehn Jahren nicht mehr. (Symbolbild)  © Unsplash/Dhruv Deshmukh

Zum Schaden des jungen Mannes. Der schämte sich sein Leben lang für seinen Fuß, so die "Sun".

Seine Eltern wussten natürlich schon seit seiner Geburt von dem missgebildeten Fuß ihres Kindes. Eine angebotene sofortige Operation lehnten sie allerdings vehement ab, so der 21-jährige Ajun.

Statt von einem Arzt ließen sie sich lieber von einem Wahrsager beraten.

Dieser urteilte, die vier zusätzlichen Zehen seien ein Geschenk des Himmels und dürften nicht entfernt werden. Daran hielten sich die Eltern und auch ihr Sohn. Allerdings nicht ohne Folgen.

Seit seinem zehnten Lebensjahr traute sich der Patient nicht mehr, Sandalen zu tragen. Stattdessen versteckte er seinen Fuß und trug nur noch geschlossene Schuhe. Die Scham war wohl einfach zu groß.

An ein Date mit einer Frau war erst recht nicht zu denken, so Ajun.

Jetzt stellte er sich aber doch gegen seine abergläubischen Eltern. Er konsultierte einen Arzt. Dieser war nicht nur erstaunt über die seltene Missbildung. "Es ist sehr selten, dass eine so schwere Missbildung bei einem 21-jährigen Patienten nicht behandelt wurde", so der Arzt Wu Xiang, nachdem er den Patienten untersucht hatte.

Sie entschlossen sich zur Operation. So einfach wie das klingt, war es aber nicht. Neun Stunden mussten die Chirurgen operieren, um ein optimales Ergebnis zu schaffen.

Der Patient ist zufrieden und blickt optimistisch in die Zukunft. "Jetzt fühle ich mich großartig. Ich bin Doktor Wu Xiang sehr dankbar", so der 21-Jährige.

Wäre der junge Mann schon früher operiert worden, hätte man ihm wohl einiges ersparen können. "Das ist besser für das psychische Wohlbefinden des Kindes, aber frühere Operationen führen auch zu besseren Erholungsergebnissen", so der Arzt.

Neun Stunden lang musste Ajun operiert werden. (Symbolbild)
Neun Stunden lang musste Ajun operiert werden. (Symbolbild)  © dpa/Maurizio Gambarini

Mehr zum Thema Gesundheit:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0