Lufthansa-Küche bleibt kalt, obwohl Streik verboten wurde

Frankfurt am Main - Trotz des gerichtlich untersagten Streiks in Flughafen-Großküchen müssen Lufthansa-Reisende am Donnerstag mit Einschränkungen bei der Bordverpflegung rechnen.

Die Bordverpflegung für Lufthansa-Passagiere fällt heute zum Teil äußerst dürftig aus.
Die Bordverpflegung für Lufthansa-Passagiere fällt heute zum Teil äußerst dürftig aus.  © Boris Roessler/dpa

Weil die Urteile kurzfristig fielen, kommt ein bereits aufgestelltes Sonderprogramm trotzdem zum Einsatz, wie Lufthansa-Sprecher Jörg Waber am frühen Morgen auf dpa-Anfrage sagte.

So sollen etwa in den deutschen Passagier-Terminals Verpflegungsstationen eingerichtet werden.

Die Gewerkschaft Verdi hatte Beschäftigte in den Flughafen-Großküchen in München und Frankfurt ursprünglich zu einem 24-Stunden-Streik aufgerufen (TAG24 berichtete), den die Arbeitsgerichte in den beiden Städten dann jedoch am Mittwoch per einstweiliger Verfügung untersagten.

Es herrsche Friedenspflicht, führten die Frankfurter Richter aus.

Verdi kann die Entscheidungen theoretisch noch in zweiter Instanz anfechten und hat bereits angekündigt, am Donnerstag Rechtsmittel einlegen zu wollen.

Konflikt wegen Teil-Verkauf der Catering-Tochter LSG Sky Chefs

Hintergrund des Arbeitskampfes ist der bereits beschlossene, aber noch nicht vollzogene Verkauf des Europageschäfts der Catering-Tochter LSG Sky Chefs an den Schweizer Weltmarktführer Gategroup.

Verdi verlangt tarifliche Absicherungen für die betroffenen Mitarbeiter, möglichst in einem trilateralen Tarifvertrag zwischen Verdi, Lufthansa und Gategroup.

Update, 12.28 Uhr: Die Gewerkschaft Verdi wehrt sich gegen die einstweilige Verfügung, mit der ein Streik in den Großküchen der Lufthansa zunächst gestoppt worden ist.

Beim Arbeitsgericht Frankfurt wurde Widerspruch gegen den Beschluss vom Vorabend eingelegt, wie ein Justizsprecher bestätigte. Die Sache sollte von 12 Uhr an mündlich verhandelt werden. Am Vorabend hatten die Richter nach Aktenlage vorläufig entschieden. Nach einem Urteil ist auch noch der Gang in die nächste Instanz möglich.

Die Beschäftigten seien über das Vorgehen der Lufthansa empört, erklärte die Verdi-Verhandlungsführerin Katharina Wesenick. "In den Betrieben kocht es und die Produktion läuft nicht rund."

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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