Bald keine Langstrecke mehr bei Eurowings! War es das mit Billig-Urlaub?

Düsseldorf/Frankfurt - Der Lufthansa-Konzern wagt einen gewaltigen Vorstoß: Die Langstrecke verschwindet noch in der ersten Jahreshälfte aus dem Eurowings-Flugplan!

Eurowings soll nur noch Kurzstrecke fliegen. (Symbolbild)
Eurowings soll nur noch Kurzstrecke fliegen. (Symbolbild)  © DPA/Christoph Schmidt

Sieben Ziele flog die Lufthansa-Tochter Eurowings bislang auf der Langstrecke an. Dafür wurden Flugzeuge umgebaut, ein ganz neues Produkt entwickelt und die sogenannte BIZclass in den vergangenen Jahren etabliert.

Doch schon bald soll damit Schluss sein: Die billigen Ferien-Flüge sollen der Vergangenheit angehören. Der große Konzern will mehr Gewinn machen und deshalb die teueren Langstrecken von der Billig-Airline ausgliedern, berichtet der Branchen-Kenner Aviation Net Online.

Demnach kann man die Ziele in Amerika und Asien (unter anderem New York, Miami, Bangkok) nur noch bis Ende April bei Eurowings buchen.

Für Flüge ab Mai geht das nur noch bei der Lufthansa selbst - zumindest im Moment. Denn noch steht nicht fest, mit welcher Airline die Ziele weiterhin angeflogen werden sollen.

Für Reisende bedeutet das neben vermutlich höheren Preisen auch ein Plus im Punkt Komfort.

Wer könnte nachrücken?

Cityline flog bislang die Lufthansa Regional-Strecken. (Symbolbild)
Cityline flog bislang die Lufthansa Regional-Strecken. (Symbolbild)  © 123RF/Jaromír Chalabala

Denn als neue Langstrecken-Anbieter infrage kommen nur einige wenige Lufthansa-Töchter:

Cityline

Die Cityline aus dem Lufthansa-Konzern betreibt schon heute einige Airbus A340-Flugzeuge auf den Langstrecken-Verbindungen. Die Erfahrung spricht also für die Airline.

Jedoch verhandelt die Gewerkschaft UFO momentan mit der Fluggesellschaft. Um für die Langstrecke in Frage zu kommen, sollten die Verhandlungen eigentlich bis Dezember abgeschlossen sein.

Am gestrigen Donnerstag fand jedoch die dritte Verhandlungsrunde statt - erfolglos!

Auch die geplante Anschaffung von einigen A330-Maschinen passt nicht in den Plan der Mutter Lufthansa.

Springt nun Brussels Airlines ein? (Symbolbild)
Springt nun Brussels Airlines ein? (Symbolbild)  © 123RF/Aleksandr Papichev

Sun Express

Das türkisch-deutsche Joint-Venture (Zusammenarbeit von Lufthansa mit Turkish Airlines) Sun Express konnte ebenfalls Erfahrung auf der Langstrecke sammeln. Die Airline flog jahrelang als Subunternehmer im Auftrag der Eurowings.

Aktuell ist die Airline noch mit sieben Maschinen auf den Eurowings-Langstrecken unterwegs. Doch der vorgelegte Kostenplan für ein eigenes Langstreckenangebot soll laut Aviation Net Online unrealistisch sein.

Brussels

Ebenfalls flog schon Brussels Airlines bevor sich Lufthansa die Airline kaufte auf langen Strecken.

Nach dem Kauf war die Airline vor allem in Düsseldorf für die Lufthansa im Einsatz. Diese Erfahrung könnte die Airline nach vorn bringen.

Vorteil Neugründung

Als weitere Möglichkeit wird auch eine völlige Neugründung diskutiert. Zwar müsste die Marke erst am Markt etabliert werden. Aber da Personal komplett neu eingestellt werden muss, lässt sich dadurch Geld einsparen.

Doch ein Start zum Mai dieses Jahres scheint unrealistisch.

Ausgang ungewiss

Wie es weitergeht, dazu äußert sich die Lufthansa derzeit nicht. Fest steht nur, dass Reisen für Zeiträume ab Mai 2020 nur noch bei der Lufthansa gebucht werden können, bis feststeht, wer die Strecken übernimmt.

Grund dafür ist, dass die Lufthansa immer als Partner auftrat und ein eigenes Sitzplatz-Kontingent anbot, dies soll weiterhin beibehalten werden.

Ob alle 15 Strecken zu den sieben Zielen nach der Umstrukturierung erhalten bleiben, ist ebenso ungewiss. Spätestens im April sollten die Details dazu feststehen.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Eurowings rollt am Düsseldorfer Flughafen über das Vorfeld an parkenden Flugzeugen vorbei.
Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Eurowings rollt am Düsseldorfer Flughafen über das Vorfeld an parkenden Flugzeugen vorbei.  © dpa/Marcel Kusch

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