Flugbegleiter-Streik bei Lufthansa: Weitere Streiks angedroht

Frankfurt am Main - Lufthansa-Passagiere müssen auch an diesem Freitag mit Flugabsagen und Verspätungen rechnen.

Auch am Münchner Flughafen legten die Flugbegleiter am Donnerstag die Arbeit nieder.
Auch am Münchner Flughafen legten die Flugbegleiter am Donnerstag die Arbeit nieder.  © Matthias Balk/dpa

Grund ist der vom Donnerstag fortgesetzte Streik der Flugbegleiter.

Sie wollen den Arbeitgeber in Gespräche über höhere Spesen und Zulagen sowie weitere Verbesserungen zwingen.

Die Gewerkschaft Ufo und Lufthansa haben zwar für das Wochenende Sondierungsgespräche vereinbart, um in eine Schlichtung zu kommen. An der Fortführung des Streiks ändere das aber nichts, hatte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies am Donnerstag erklärt.

Nach dem Sonderflugplan der Lufthansa sollen am Freitag weltweit rund 600 Flüge ausfallen.

Auch nach Streikende werden für Samstag zunächst noch einige Absagen erwartet, weil Maschinen und Crews nicht an den richtigen Einsatzorten sind.

Am Donnerstag waren 700 Flüge gestrichen worden. Ein Gewerkschaftssprecher sprach sogar von 800 annullierten Flügen. Insgesamt rechnete Lufthansa für die beiden Streiktage zusammen mit 180.000 betroffenen Passagieren.

414 Flugausfälle in Frankfurt

Das Foto zeigt streikende Flugbegleiter am Freitag am Frankfurter Flughafen.
Das Foto zeigt streikende Flugbegleiter am Freitag am Frankfurter Flughafen.  © Boris Roessler/dpa

Am frühen Morgen seien 414 von 1362 Flügen annulliert worden, sagte ein Sprecher des Frankfurter Flughafens am Freitag.

Am frühen Morgen blieb es in den Terminals zunächst ruhig. Nach dem Sonderflugplan der Lufthansa sollen am Freitag weltweit rund 600 Flüge ausfallen. Auch nach Streikende werden für Samstag zunächst noch einige Absagen erwartet, weil Maschinen und Crews nicht an den richtigen Einsatzorten sind.

Ufo fordert im laufenden Tarifkonflikt für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Für vier weitere Flugbetriebe des Konzerns wurden jeweils separate Forderungen aufgestellt und Urabstimmungen abgehalten.

Lufthansa hatte bereits eine Lohnerhöhung um 2,0 Prozent freiwillig umgesetzt. In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Flughafen Frankfurt erwartet nach Streik Andrang am Samstag

Update 10 Uhr: Als Folge des Streiks bei der Lufthansa rechnet der Frankfurter Flughafen am Samstag noch mit langen Wartezeiten für Passagiere.

Nach dem geplanten Ende des Flugbegleiter-Streiks seien mehr Fluggäste als üblich zu erwarten, sagte am Freitag ein Sprecher des Betreibers Fraport. Viele Lufthansa-Kunden hätten umgebucht und seien auf Samstag ausgewichen. Fluggäste sollten zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen sein.

Am zweiten Tag der Flugbegleiterstreiks bei Lufthansa gab es am Drehkreuz Frankfurt wieder Hunderte Ausfälle. Am Morgen seien 415 von 1362 Flügen annulliert worden, sagte der Flughafensprecher. An den Terminals sei es aber ruhig, viele Kunden hätten sich auf den Streik eingestellt.

In München fallen am Freitag laut Lufthansa mehr als 200 Flüge aus. Auch nach Streik-Ende werden für Samstag noch einige Absagen erwartet, weil Maschinen und Crews nicht an den richtigen Einsatzorten sind.

Nach dem Sonderflugplan der Lufthansa sollen am Freitag weltweit rund 600 Flüge ausfallen. Insgesamt rechnet die Airline mit 180.000 betroffenen Passagieren während des 48-stündigen Ausstands.

Flugbegleiter drohen mit weiteren Streiks

Update, 15.25 Uhr: Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo erhöht mit neuerlichen Streikdrohungen den Druck auf die Lufthansa. Vor einem Gespräch mit dem Konzern an diesem Wochenende zeigte sie sich bereit, den Ausstand notfalls zu verlängern und auf Tochtergesellschaften auszuweiten.

In den Sondierungen für eine mögliche Schlichtung müsse "eine völlige Kehrtwende her", sagte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies der Deutschen Presse-Agentur am Freitag bei Protesten am Frankfurter Flughafen. "Entweder wir haben eine Lösung oder wir werden eben verkünden, dass es eine massive Ausweitung geben muss. Weil wenn das noch nicht reicht, ja, dann müssen mehr Unternehmen streiken und dann muss es auch länger sein.

Am Montag werde das weitere Vorgehen bekanntgegeben.

Streikbilanz: Noch mehr Lufthansa-Flüge ausgefallen

Update, 17.35 Uhr: Wegen der Streiks der Flugbegleiter hat die Lufthansa mehr Flüge absagen müssen als zunächst erwartet. Durch die Arbeitsniederlegungen der Gewerkschaft Ufo am Donnerstag und Freitag seien insgesamt 1500 Flüge annulliert worden, teilte Lufthansa in Frankfurt mit. 200.000 Menschen seien betroffen gewesen.

Zuvor hatte die Lufthansa erklärt, die Streiks an den beiden Tagen hätten 1300 Flugstreichungen verursacht und 180.000 Menschen betroffen.

Nicoley Baublies, ehemaliger Chef der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation UFO, sprach am Donnerstag auf einer UFO-Kundgebung am Münchner Flughafen.
Nicoley Baublies, ehemaliger Chef der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation UFO, sprach am Donnerstag auf einer UFO-Kundgebung am Münchner Flughafen.  © Matthias Balk/dpa

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

Mehr zum Thema Flugzeug Nachrichten:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0