Lufthansa von Coronavirus schwer getroffen: Konzern kündigt Sparkurs an

Frankfurt am Main - Der Lufthansa-Konzern tritt wegen der wirtschaftlichen Folgen des neuartigen Coronavirus auf die Kosten-Bremse. Vorstandsmitglied Harry Hohmeister kündigte am Dienstag in einem Interview mit dem "Handelsblatt" personelle Spar-Maßnahmen an.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie macht auch der Lufthansa zu schaffen (Archivbild).
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie macht auch der Lufthansa zu schaffen (Archivbild).  © dpa/Boris Rössler

Neubesetzungen müssten ausgesetzt oder verschoben werden. "Wir werden außerdem auch nicht verhindern können, einzelne Projekte zu streichen und in der Verwaltung bei den Ausgaben zu sparen", sagte Hohmeister. Das seien keine leichtfertigen Entscheidungen, aber "leider unverzichtbare".

Auf der anderen Seite stockt Europas umsatzstärkster Luftverkehrs-Konzern seine Frachtflüge nach China wieder auf. Zum Sonntag (1. März) werde das Angebot um einen Umlauf auf dann acht wöchentliche Fracht-Verbindungen ausgebaut, kündigte ein Sprecher der Lufthansa Cargo AG am Dienstag an.

"Mit unserem Sonderflugplan können wir flexibel auf die Nachfrage reagieren", sagte er zur Begründung.

Zunächst hatte der Konzern wegen des neuartigen Coronavirus für seine sämtlichen Flug-Gesellschaften die Passagierflüge zum chinesischen Festland gestrichen (TAG24 berichtete).

Die Fracht-Tochter Lufthansa Cargo hatte ein Minimal-Angebot von fünf Umläufen pro Woche aufrechterhalten und zuletzt auf sieben Hin- und Rückflüge aufgestockt. Das ist allerdings noch weit vom Normalmaß mit 15 Umläufen entfernt, zumal die Fracht-Räume der Passagier-Maschinen mindestens bis zum internationalen Flugplan-Wechsel am 28. März nicht zur Verfügung stehen.

Flugplan nach Italien bleibt zunächst unverändert bestehen

"Flüge nach Festland-China auszusetzen schmerzt", sagt Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister (Archivbild).
"Flüge nach Festland-China auszusetzen schmerzt", sagt Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister (Archivbild).  © dpa/Paul Zinken

Die verbliebenen Cargo-Maschinen legen regelmäßig Zwischenlandungen im russischen Nowosibirsk ein, um längere Aufenthalte der Crews in China zu vermeiden.

Die von den Maßnahmen gegen das Virus Sars-CoV-2 besonders hart getroffene Luftfracht könnte bei einem Wieder-Anlaufen der globalen Produktion allerdings auch zu den ersten Gewinnern gehören, wenn die unterbrochenen Liefer-Ketten so schnell wie möglich wieder geschlossen werden müssen.

"Grundsätzlich hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass auf längere Produktions-Pausen häufig Nachfrage-Spitzen folgen", erklärte dazu der Cargo-Sprecher.

Zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie äußerte sich der Dax-Konzern erneut nicht detailliert.

"Flüge nach Festland-China auszusetzen schmerzt und das hat natürlich auch deutliche wirtschaftliche Folgen für uns und andere Industrien", sagte Hohmeister. Genaue Zahlen will Lufthansa erst am 19. März auf der Bilanz-Pressekonferenz bekanntgeben.

Der Flugplan nach Italien, wo mehrere tödliche Fälle der Krankheit Covid-19 aufgetreten waren, bleibe unverändert bestehen.

Passagieren mit Flügen nach Turin, Mailand, Bologna, Venedig und Verona werden für Flüge bis einschließlich dem 2. März kostenfreie Umbuchungen angeboten.

Titelfoto: dpa/Boris Rössler


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