Streit um Baugebiet: Anwohner wehren sich gegen geplante Häuser

Lugau - Da liegt Ärger in der Luft: Ein geplantes Wohngebiet sorgt in Lugau für angespannte Gemüter. Auf einer landwirtschaftlichen Fläche nahe des "Pfarrwald" sollen Eigenheime entstehen. Anwohner fürchten weitreichende Folgen.

Auf zwei Hektar Fläche soll die "Eigenheimsiedlung Pfarrwaldblick" entstehen. Die Anwohner Barbara Ullman (52) und Sven Trommler (47) halten nichts von den Plänen.
Auf zwei Hektar Fläche soll die "Eigenheimsiedlung Pfarrwaldblick" entstehen. Die Anwohner Barbara Ullman (52) und Sven Trommler (47) halten nichts von den Plänen.  © Maik Börner

"Aus unserer Sicht ist es nicht nachvollziehbar, warum inmitten eines Grünzugs ein Wohngebiet entstehen soll", sagt Anwohnerin Barbara Ullmann (52). Nördlich der Hohensteiner Straße Abzweig Erlbacher Straße soll die zwei Hektar große Wohnsiedlung für bis zu 19 Eigenheime entstehen.

Was die Anwohner am Vorhaben stört? Neben dem Wegfall von fruchtbarer Ackerfläche, entstünde ein erhöhter Lärmpegel. Außerdem sei die Stelle am Abzweig Erlbacher Straße ein Unfallschwerpunkt.

Ornithologie Rolf Hechtl (79) sorgt sich um die heimische Tierwelt. "Rot- und Schwarzmilan, Waldohreule und Mäusebussard brüten im Pfarrwald." Durch die Besiedlung werden die Greifvögel gestört, die Bebauung sei daher höchst bedenklich. "Man will hier Ackerland zu Geld machen."

Frau Ullmann und die Lugauer haben bereits 36 Behörden angeschrieben, 500 Unterschriften gesammelt. Doch der Stadtrat sowie Bürgermeister Thomas Weikert (48, Linke) halten am Wohngebiet fest. "Für die Stadtentwicklung ist das ein echter Glücksfall, denn wir erhoffen uns Zuzug von jungen Familien", sagt Weikert. Die Kritik kann er nicht gänzlich nachvollziehen. "Wir befinden uns in der Entwurfsphase. Sollte es hinsichtlich landwirtschaftlicher Flächen Hinweise geben, so werden auch diese beachtet."

Das Bebauungsgebiet grenzt nordöstlich an ein Waldstück und liegt auf fruchtbarem Ackerland. Der Zubringer soll von der Erlbacher Straße abzweigen.

Foto: Screenshot/Google Maps

Ein Unfallschwerpunkt sei der Abschnitt laut Weikert nicht. Ab 2019 wird sich der Stadtrat mit weiteren Beschlüssen befassen. Die Anwohner wollen weiter den Finger in die Wunde legen.

Ornithologe Rolf Hechtl (79) sieht die Brutaktivitäten zahlreicher Vogelarten am betroffenen Waldstück gestört.
Ornithologe Rolf Hechtl (79) sieht die Brutaktivitäten zahlreicher Vogelarten am betroffenen Waldstück gestört.  © Maik Börner
Das Bebauungsgebiet grenzt nordöstlich an ein Waldstück und liegt auf fruchtbarem Ackerland. Der Zubringer soll von der Erlbacher Straße abzweigen.
Das Bebauungsgebiet grenzt nordöstlich an ein Waldstück und liegt auf fruchtbarem Ackerland. Der Zubringer soll von der Erlbacher Straße abzweigen.  © Screenshot/Google Maps