Was macht denn der Schwan da im Auto?

Maik Bohn und Peter Rudolph (v.l.) versorgen den Schwan.
Maik Bohn und Peter Rudolph (v.l.) versorgen den Schwan.

Von Bernd Rippert

Lugau – Schwan im Glück: Nach einem Verkehrsunfall auf der Stollberger Straße rettete der engagierte Schwanenfreund Maik Bohn (52) einen großen Vogel und brachte ihn in Sicherheit.

Wenn alles gut geht, kommt der „Ludwig“ genannte Schwan nächste Woche wieder in die Freiheit.

Seit Jahren kümmert sich Maik Bohn um Schwäne, fotografiert, füttert und beobachtet sie, hilft dem Dresdner Fachmann Thomas Eiser bei Beringungsaktionen.

„Dafür bin ich in der Region bekannt“, weiß der Thalheimer. Und wunderte sich daher nicht, als ihn der Stollberger Peter Rudolph anrief, und einen verletzten Schwan in Lugau meldete.

Der arme Schwan sitzt gut versorgt im Auto.
Der arme Schwan sitzt gut versorgt im Auto.

Maik Bohn setzte sich sofort ins Auto. „Der vielleicht sechs Monate alte Jungschwan saß sichtlich benommen am Straßenrand, hatte vermutlich einen Schlag durch ein Auto bekommen.“

Der Helfer nutzte die Chance, wickelte das Tier in eine wärmende Wolldecke, umwickelte sie mit Klebeband, „damit der Schwan die Decke nicht mit einem Flügelschlag entfernt“.

Stolz reckte Ludwig auf dem Rücksitz des Autos den Kopf, beobachtete die ungewohnte Fahrt. Im Tierheim Stollberg warteten die Mitarbeiter schon auf den verletzten Schwan, gaben ihm Wasser und Kraftfutter. „Der war völlig ausgehungert, fraß den ganzen Napf leer“, staunte Maik Bohn.

Heute schaut sich ein Tierarzt das humpelnde Tier an. Der Helfer hofft, dass Ludwig nach ein paar Tagen Ruhe und Futter wieder gestärkt in die Freiheit fliegen darf. Ob es sich um ein Wildtier oder einen Ausreißer aus einem privaten Stall handelt, ist allerdings unbekannt.

2008 war Maik Bohn auf den Schwan gekommen. Damals hatte auf dem Thalheimer Teich ein Schwanenpärchen gelebt, liebevoll Zwick und Zwack genannt. Nach dem Tode des Weibchens irrte das Männchen Zwack wochenlang hilflos durch Thalheim.

Bis sich Bohn seiner annahm: „Ich fing den Vogel ein und setzte ihn auf dem Schlettauer Schloßteich aus. Doch da gab es Probleme mit Anwohnern und Hunden. Deshalb wurde Zwack etwa 2011 nochmals nach Radeburg umgesiedelt.“

Fotos: Maik Bohn


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