Steigende Ticketpreise der LVB: Schülerticket soll stabil bleiben

Leipzig - Die Stadt will den regelmäßig steigenden Ticketpreisen der LVB ein Ende setzen. Der fortgeschriebene Nahverkehrsplan soll zunächst eine Dämpfung für alle Fahrkartenpreise bewirken. Die Kosten für das Schülerticket sollen in den nächsten zwei Jahren stabil bleiben.

Die Stadt ist für die Umsetzung des Plans auch auf Mittel des Bundes und des Freistaates angewiesen.
Die Stadt ist für die Umsetzung des Plans auch auf Mittel des Bundes und des Freistaates angewiesen.  © DPA

"Wir müssen den Automatismus der Preissteigerungen durchbrechen", erklärte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) während der Vorstellung des Entwurfs zum Nahverkehrsplan am Mittwoch. Vor allem Schüler und Familien sollen künftig nicht weiter belastet werden.

Die Dämpfung soll zunächst zwei Jahre gültig sein. Zwar steigen auch mit ihr die Ticketpreise, mit Ausnahme der SchülerMobilCard. Allerdings sollen sich diese um lediglich zwei Prozent verändern, so Jung. Zuletzt seien die Preise regelmäßig um mehr als 3,5 Prozent gestiegen. Welche Tickets genau im Preis steigen, lasse sich derzeit noch nicht sagen. "Das ist Angelegenheit der LVB", erklärte Jung.

Auch für die Leipzig-Pass-Mobilcard sind Veränderungen vorgesehen. Hier will die Stadt drei Millionen Euro zusätzlich investieren, um eine 50-prozentige Finanzierung durch die Kommune zu ermöglichen. Aktuell ist die Stadt lediglich mit 30 Prozent beteiligt.

Insgesamt will die Verwaltung 1,5 Milliarden Euro bis 2030 in den öffentlichen Personennahverkehr investieren. Dieser soll dadurch sowohl sicher, als auch zuverlässig, sauber und bezahlbar werden, so Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). "Mit der Entwurfsfassung des Nahverkehrsplans verfolgen wir die Zielstellung, den umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr deutlich zu stärken, mit dem Bevölkerungswachstum der Stadt mitzuhalten und neue Fahrgäste zu gewinnen."

Die LVB will bis 2020/21 41 neue Straßenbahnen besorgen. Dadurch sollen auch die alten Tatra-Bahn ausrangiert werden.
Die LVB will bis 2020/21 41 neue Straßenbahnen besorgen. Dadurch sollen auch die alten Tatra-Bahn ausrangiert werden.  © DPA

Während der Laufzeit des Plans bis 2024 erwartet die Stadt einen Anstieg der Bevölkerungszahl um 13 Prozent. Gleichzeitig soll die Zahl der Fahrgäste um 20 Prozent gesteigert werden.

Um dies zu ermöglichen, sollen zum einen neue, breitere Straßenbahnen gekauft werden. 41 davon will die LVB bis 2020/21 besorgen. Die breiteren Straßenbahnen sollen ab 2024 zunächst auf der Linie 16 eingesetzt werden. Später sollen die Linien 11 und 15 folgen. Die Stadt geht dadurch von einer Erhöhung der Kapazität um zehn bis 15 Prozent aus.

Aufgrund der breiteren Bahnen muss jedoch auch der Abstand zwischen den Bahngleisen vergrößert werden. Dieser Ausbau laufe bereits seit 2005 und werde bei allen Umbauten im Gleisnetz berücksichtigt. "Trotzdem ist es für uns eine schwierige Aufgabe bis 2024", sagte Burkert.

Auch die Randgebiete sollen von den Veränderungen profitieren. Statt stündlicher Abfahrten plant die Stadt hier eine Taktung von 20 bis 30 Minuten.

Dubrau machte jedoch auch klar, dass der Nahverkehrsplan lediglich Rahmenbedingungen schaffen soll. Der Plan wurde nach der Vorstellung erstmals im Verwaltungsausschuss besprochen. Gleichzeitig beginnt zudem das öffentliche Beteiligungsverfahren, bei dem Leipziger Bedenken und Änderungsvorschläge äußern können. Dazu lädt die Stadt zur Vorstellung der Entwurfsfassung am 22. Oktober, 18 Uhr in den Sitzungssaal im Neuen Rathaus.


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