Von großer Bedeutung für Erdogan: Wahl für Türken in Deutschland gestartet

Berlin/Köln - In der Türkei wird erst am 24. Juni gewählt, doch die in Deutschland lebenden Türken dürfen bereits jetzt ihre Stimme abgeben und an den Parlaments- und Präsidentenwahlen teilnehmen.

Die Wahlberechtigte Hatice Güner wirft ihren Wahlzettel in die Urne eines Essener Wahllokals.
Die Wahlberechtigte Hatice Güner wirft ihren Wahlzettel in die Urne eines Essener Wahllokals.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Bis zum 19. Juni können stimmberechtigte Türken ihre Stimme abgeben, dennoch nutzten bereits am Donnerstagmorgen, als die ersten Wahllokale ihre Türen öffneten, die Chance.

An bundesweit mehr als einem Dutzend Standorten darf abgestimmt werden.

In Deutschland sind gut 1,4 Millionen Bürger mit türkischem Pass wahlberechtigt, davon lebt etwa ein Drittel in Nordrhein-Westfalen. Die zweitgrößte türkische Gemeinde lebt in Berlin.

Die Wahlen sind von außerordentlicher Bedeutung. Mit ihnen soll die von Präsident Recep Tayyip Erdogan betriebene Einführung des Präsidialsystems abgeschlossen werden, das den Staatspräsidenten mit deutlich mehr Macht ausstattet. Bei einem knappen Ergebnis könnten die Stimmen der insgesamt gut drei Millionen wahlberechtigten Auslandstürken - sie machen mehr als fünf Prozent aller türkischen Wähler aus - entscheidend sein.

Allerdings gab es zuletzt aufgrund des verhängten Wahlkampfverbots Kritik aus der Türkei an die Bundesregierung. Vize-Regierungschef Recep Akdag (58) sagte der WELT vor zwei Wochen: "Es die Pflicht türkischer Politiker, in Deutschland aufzutreten und ihre Landsleute über die politischen Ziele der Parteien zu informieren".

In der Türkei, aber auch unter den Türken in Deutschland gebe es eine Wechselstimmung zulasten von Staatschef Recep Tayyip Erdogan, sagte der Vorsitzende der türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, dem Sender SWR.

Der 56-Jährige erwartet, dass die Parlaments- und Präsidentschaftswahl knapp ausgehen wird.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa


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