Mackenroth will mit Pegida reden!

Geert Mackenroth (64) nach seiner Wahl zum neuen Ausländerbeauftragten mit Ehefrau Sibylle (64).
Geert Mackenroth (64) nach seiner Wahl zum neuen Ausländerbeauftragten mit Ehefrau Sibylle (64).

Von Stefan Ulmen

Dresden - Geert Mackenroth (64, CDU) ist neuer Ausländerbeauftragter in Sachsen. Bei seiner Wahl am Mittwoch erhielt er im Landtag 80 von insgesamt 122 Stimmen. Die Grünen-Politikerin Petra Zais aus Chemnitz kam auf 39 Stimmen.

Er wurde auch von der rechtsgerichteten AfD gewählt, die ihre Unterstützung im Vorfeld signalisiert hatte.

Sein Vorgänger Martin Gillo (69, CDU) hatte das Amt aus Altersgründen aufgegeben.

Nach der Wahl äußerte sich Mackenroth im MOPO24-Interview (Video) auch zum PEGIDA-Bündnis.

MOPO24: Wie sehen Sie das Phänomen PEGIDA, wie sollte man damit umgehen?

Mackenroth: „Ich glaube, wir sollten differenzieren zwischen den Organisatoren, denjenigen, die Mitläufer sind, die sich aus der rechtsextremistischen Ecke draufsetzen und denjenigen, die aus berechtigter Sorge über bestimmte Entwicklungen auf die Straße gehen. Wenn wir das sorgfältig differenzieren, haben wir schon die differenzierten Antworten.“

Der ehemalige Ausländerbeauftragte von Sachsen, Martin Gillo (re., CDU), überreicht Geert Mackenroth (CDU) nach seiner Wahl im Landtag einen symbolischen Staffelstab.
Der ehemalige Ausländerbeauftragte von Sachsen, Martin Gillo (re., CDU), überreicht Geert Mackenroth (CDU) nach seiner Wahl im Landtag einen symbolischen Staffelstab.

MOPO24: Sollte mit den PEGIDA-Anführern oder mit den PEGIDA-Anhängern gesprochen werden?

Mackenroth: „Das kommt darauf an. Wenn die PEGIDA-Anführer Gesprächsbedarf haben, kann man auch mit denen reden. Wichtiger ist mir aber, dass wir mit den Menschen reden und ihnen versuchen Politik zu erklären.“

MOPO24: Hat die Politik diese Menschen in den vergangenen Jahren liegengelassen?

Mackenroth: „Diese Schlussfolgerung liegt in der Tat auf der Hand. Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir die Stimmung in der Bevölkerung zu wenig gespürt haben, was Asyl- und Unterbringungsfragen angeht. Ich glaube, da haben wir Nachholbedarf. Die Politik muss raus und den Menschen erklären, warum wir was machen.“

MOPO24: Sie sind bekannt als Mann der klaren und markigen Worte. Werden Sie diese auch in der Asyl-Debatte beibehalten?

Mackenroth: „Ich werde versuchen, mich zu mäßigen.“

Das ist Geert Mackenroth

  • Geert Mackenroth wurde am 1. Februar 1950 in Kiel (Schleswig-Holstein) geboren.
  • Er studierte Jura, war u.a. als Staatsanwalt und Richter in Norddeutschland tätig.
  • Im August 2003 kam er als Justiz-Staatssekretär nach Sachsen, wurde 11. November 2004 dann auch Justizminister.
  • Nach seinem Ausscheiden 20009 eroberte er erfolgreich ein Landtagsmandat im Wahlkre4is Riesa-Großenhain.
  • Seit 2011 ist er Voritzender des CDU-Kreisverbandes Sachsen.
  • Außerdem amtiert als seit 2009 als Chef des Opferschutzvereins Weißer Ring und ist seit 2010 Landes-Vize des Deutschen Roten Kreuzes.
  • Mackenroth ist evangelisch, mit Ehefrau Sibylle (64) verheiratet, hat vier erwachsene Kinder und lebt zusammen mit seiner Familie im Radebeuler Stadtteil Zitzschewig.

Fotos: Stefan Ulmen, dpa


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