"Ein Leben hat keinen Preis": Rührender Hilfeschrei im Fall Maddie McCans

Praia da Luz/ Straßburg/ Rothley - Der Fall Madeleine McCann bewegt nach wie vor die Gemüter, wie kaum ein anderer. Nun rufen wieder Unterstützer der Familie dazu auf, Geld zu sammeln, denn es droht das Aus! Ein teurerProzess macht ihren Eltern schwer zu schaffen und könnte den Maddie-Fonds komplett austrocknen.

Gerald und Kate McCann (beide 50).
Gerald und Kate McCann (beide 50).  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

"Madeleine ist unbezahlbar. Man kann ein Leben nicht auf einen Preis reduzieren", sagen die Unterstützer der Eltern zum Innenminister. Sie sammeln nun noch mehr Geld für die Suche des Mädchens.

Noch immer ist unklar, ob die britische Polizei neues Geld für die Suche nach der seit elf Jahren vermissten Maddie bekommt, obwohl die Finanzierung in wenigen Tagen ausläuft. Jetzt kommt heraus, dass die McCanns, die in diesem Fall mit Privatdetektiven weitersuchen wollen, dafür eventuell schon bald kein Geld mehr haben.

Ungefähr 750.000 Pfund (ca. 843.000 Euro) könnten sie bei einem Prozess vorm Europäischen Gerichtshof in Straßburg verlieren. Das entspricht ziemlich genau der Summe, die ihnen bisher noch für die Suche nach ihrer Tochter zur Verfügung stünde. Dann wäre es wohl endgültig aus!

Grund für diese Sorge ist Goncalo Amaral (58), einst Chefermittler im Fall Madeleine McCann. Der 58-Jährige stellte im Sommer 2008 sein Buch "Die Wahrheit über die Lüge" in Lissabon vor und behauptete darin, dass die McCanns ihre Tochter ermordet und danach alles vertuscht hätten.

Das ließ die Familie nicht auf sich sitzen und gewann im Frühjahr 2015 eine Verleumdungsklage gegen Amaral, der ihnen über 600.000 Euro Entschädigung zahlen musste.

Doch das Urteil wurde mittlerweile gekippt und Amaral eine Entschädigung in Höhe von umgerechnet rund 483.500 Euro in Aussicht gestellt.

Droht jetzt das Ende der Suche nach Maddie McCann?

Goncalo Amaral (58) bereitet den McCanns große Sorgen.
Goncalo Amaral (58) bereitet den McCanns große Sorgen.  © DPA

Amaral wiederholte erst letzte Woche seine Vorwürfe gegen die McCanns in einem Interview - und behauptete: "Meine Familie hat viel gelitten." Die Anwälte der McCanns haben nun ihre letzten Unterlagen beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg eingereicht und rechnen mit einer Anhörung noch in diesem Jahr.

Sollten die McCanns dazu verurteilt werden, Amaral die rund 483.500 Euro zu zahlen, müssten sie auch für die extrem kostspieligen Gerichtskosten aufkommen. Laut "SUN" wäre der Fonds damit am Ende und die 843.000 Euro auf einen Schlag aufgebraucht.

Die McCanns bekräftigen zwar, dass sie auch in diesem Fall weiter nach ihrer Tochter suchen wollen. Doch wie das gehen soll, scheint niemand genau zu wissen.

Entsprechend pessimistisch äußerte sich der pensionierte Chefinspektor Mick Neville, der im vergangenen Jahr den Fall untersucht hat. Er sagte: "Es ist tragisch, dass die Mittel, die dafür da waren, sie zu finden, wegen dieses Rechtsstreits verloren gehen könnten."


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