Aggressiver Mäusebussard greift Joggerin an

Wenn es um die Jungen geht, versteht der Mäusebussard keinen Spaß. (Bildmontage)
Wenn es um die Jungen geht, versteht der Mäusebussard keinen Spaß. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Potsdam - Susanne Bade (49) wollte am Freitagnachmittag nur ihr Training für den Schlösserlauf absolvieren. Grundsätzlich joggt sie dafür durch Babelsberg, aber dieses eine Mal sollte eine große Runde her. Eine Entscheidung mit blutigen Ausgang.

Woher sollte die Potsdamerin auch ahnen, dass sie damit den Weg eines gereizten Mäusebussards kreuzt?

An der Kreuzung Amundsenstraße/Nedlitzer Straße, kurz vor der Brücke nach Neu Fahrland passierte es. "Es war sehr unheimlich, fast wie in einem Hitchcock-Film", sagte sie den Potsdamer Neuste Nachrichten. "Ich habe einen Schlag von hinten am Kopf gespürt."

Alles ging schnell, ein Angriff aus heitrem Himmel. Sie bemerkte den Vogel nicht, erst als dieser davonflog und auf einen Ast in der Nähe landete, realisierte sie den Angriff des Bussards.

Eine blutende Wunde am Kopf musste im Krankenhaus behandelt werden. Als Bonus gab es vom Arzt gleich noch eine Tetanusspritze oben drauf. Selbst am Montag ließen die Kopfschmerzen nicht nach, kein Wunder bei einem so heftigen Schlag von einem Tier mit einer Flügelspannweite von bis 1,4 Metern.

Einen vergleichbaren Fall gab es im Stadtgebiet von Potsdam noch nie. In ländlichen Regionen sind zu dieser Jahreszeit allerdings solche Angriffe keine Seltenheit. Kurz nach der Paarungszeit sind die Bussarde besonders aggressiv, verteidigen mit ihrem Leben die Brut, so Naturschützer.

Allerdings kann sich Bade nicht daran erinnern, in der Nähe des "Tatortes" ein Nest gesehen zu haben.

Von diesem geflügelten Vorfall lässt sich aber die 49-Jährige nicht so schnell die Lust am Laufen vermiesen, selbst wenn die Angst dennoch ein bisschen mitläuft.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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