Ende des Schweigens? Mutmaßlicher Drogendealer packt im Mafia-Prozess aus

Konstanz – Im Prozess um eine Bande mutmaßlicher Drogenhändler mit Verbindungen zur Mafia hat sich am Dienstag zum ersten Mal einer der neun Angeklagten persönlich zu den Tatvorwürfen geäußert und dabei einen Mitangeklagten belastet.

Vor dem Landgericht Konstanz machte nun ein Angeklagter eine persönliche Aussage.
Vor dem Landgericht Konstanz machte nun ein Angeklagter eine persönliche Aussage.  © DPA

Der 42-Jährige räumte vor dem Landgericht Konstanz ein, für seinen Cousin 30 Kilogramm Marihuana in seinem Keller gelagert zu haben. Den Vorwurf, mit diesen Drogen gehandelt zu haben, wies er hingegen von sich. Die Kammer hatte dem Mann bei einem umfassenden Geständnis eine Bewährungsstrafe von weniger als zwei Jahren in Aussicht gestellt. Sein Verfahren wurde nach der Aussage abgetrennt.

Der belastete Cousin war bis dahin im selben Prozess angeklagt gewesen. Der 48-Jährige ließ am Dienstag von seinem Anwalt erklären, der Verwandte habe ihm vorgeschlagen, mit Drogengeschäften Geld zu verdienen – daran beteiligt habe er sich nicht.

Im Prozess, der seit September läuft, hatten bisher zwei Männer Teilgeständnisse vortragen lassen. Einer der Hauptangeklagten bekannte sich dazu, rund acht Kilogramm Marihuana verkauft zu haben.

Die Männer im Alter zwischen 26 Jahren und 53 Jahren sollen über Jahre kiloweise Drogen gekauft, geschmuggelt und weiterverkauft haben. Ihnen werden zudem in einem Fall versuchter Mord sowie Körperverletzung und illegaler Waffenbesitz zur Last gelegt. Bei allen wird ein Bezug zu den Mafia-Organisationen Cosa Nostra und 'Ndrangheta

Die Hände in Handschellen von vier der insgesamt neun Angeklagten. (Archiv)
Die Hände in Handschellen von vier der insgesamt neun Angeklagten. (Archiv)  © DPA

Titelfoto: DPA

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