Schweinepest auf dem Vormarsch: Droht bundesweite Katastrophe?

Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei Hausschweinen könnte Schlimmes für Deutschlands Wirtschaft bedeuten.
Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei Hausschweinen könnte Schlimmes für Deutschlands Wirtschaft bedeuten.  © DPA

Magdeburg - Die Afrikanische Schweinepest rückt näher an Deutschland heran und auch Sachsen-Anhalt rüstet sich gegen die Tierseuche.

Eine Expertengruppe mit Epidemiologen, Tierärzten und Jägern sei gebildet worden, teilte das Umweltministerium auf Anfrage mit. Entscheidend sei, das Einschleppen der Seuche im Ernstfall so schnell wie möglich zu bemerken. Verendete Wildschweine müssten deshalb rasch gefunden und untersucht werden.

Die Afrikanische Schweinpest war 2007 erstmals in Georgien aufgetaucht und breitete sich bis nach Polen und Tschechien aus. Zuletzt wurde der Erreger nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts im November in der Nähe der polnischen Hauptstadt Warschau bei Wildschweinen nachgewiesen.

Auch andere Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ergriffen bereits Maßnahmen.

Die Viruserkrankung verläuft für die infizierten Tiere in der Regel tödlich. Es gibt keinen Impfstoff. Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich, eine Einschleppung in Zuchtbetriebe könnte aber zu großen wirtschaftlichen Schäden führen.

Für den Menschen ist die Viruserkrankung ungefährlich, für die Tiere endet die Pest in der Regel tödlich.
Für den Menschen ist die Viruserkrankung ungefährlich, für die Tiere endet die Pest in der Regel tödlich.  © DPA

In Sachsen-Anhalt gibt es 3070 Schweinehaltungen mit rund 1,2 Millionen Tieren.

Schweinehalter sollten besonders auf die Hygiene in ihren Ställen achten, hieß es aus dem Ministerium. Tierärzte sollten die Bestände regelmäßig kontrollieren.

Ein Ausbruch bei Hausschweinen würde bedeuten, dass alle Tiere in infizierten Beständen getötet werden müssten. "Dies wäre mit erheblichen Auswirkungen auf den Schweinemarkt verbunden", teilte das Ministerium mit. Wie groß diese Auswirkungen seien, lasse sich nur schwer beziffern.

Umso wichtiger sei die Kontrolle bei Wildschweinen, um ein Einschleppen zu verhindern. Es gebe Überlegungen, finanzielle Anreize für die Jäger zu schaffen, hieß es aus dem Ministerium. Wie das konkret aussehen könnte, ist aber noch offen. Der Landesjagdverband hat vorgeschlagen, den Jägern beispielsweise die Gebühren für die vorgeschriebene Untersuchung toter Wildschweine auf Fadenwürmer im Fleisch zu erstatten.

Das Umweltministerium empfiehlt generell, die Jagd auf Wildschweine zu intensivieren. Nicht nur wegen der Gefahr der Afrikanischen Schweinepest, sondern auch, um Schäden an Feldern und Deichen sowie Wildunfälle zu reduzieren.

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0