Politischer Hintergrund? Demonstranten greifen Auto an: zwei Verletzte

Magdeburg - Am Rande verschiedener Demonstrationen ist es am Samstag in Magdeburg zu einem Angriff mit möglichem politischen Hintergrund gekommen.

Die Fensterscheiben des Wagens wurden eingeschlagen.
Die Fensterscheiben des Wagens wurden eingeschlagen.  © Tom Wunderlich

Nach aktuellen Information hatte eine Frau mit ihrem Renault an der Kreuzung Otto-von-Guericke-Straße/Hasselbachstraße gehalten, kurz nachdem die Demos beendet waren.

Plötzlich sollen mehrere Unbekannte das Fahrzeug angegriffen haben. Sie schlugen die Fenster ein und versprühten Pfefferspray im Wageninneren, von dem die Frau getroffen wurde.

Die Frau fuhr noch rund 200 Meter weiter, um sich in Sicherheit zu bringen. Polizisten, die sich gerade auf der Straße befanden, leisteten erste Hilfe und riefen den Rettungsdienst. Dieser behandelte anschließend die Augenreizungen der Frau.

Die Kriminalpolizei ermittelt nun zu dem Vorfall.

Wie die Behörde berichtet, war es am Samstag zu Protesten im Stadtgebiet von Magdeburg gekommen. Jeweils 200 Teilnehmer rechter und linker Gruppierungen hatten "Gegen die Islamisierung Magdeburgs" auf der einen sowie "Für Menschenrechte ohne Nazis" auf der anderen Seite demonstriert.

Auf der Otto-von-Guericke-Straße sei es dabei zu einer Sitzblockade gekommen, die von der Polizei geräumt werden musste, nachdem sich die Demonstranten geweigert hatten, sie aufzulösen. Die Polizei stellte die Identitäten der Demonstranten fest.

Demo-Teilnehmer des linken Spektrums sollen die Beamten zudem mit Pyrotechnik beworfen haben. Eine Person wurde aufgrund von Widerstandshandlungen vorübergehend in Gewahrsam genommen, jedoch nach Beendigung der Demos bereits wieder freigelassen.

Größere Ausschreitungen oder Gewalttätigkeiten zwischen den Demonstranten soll es der Behörde zufolge nicht gegeben haben.

Jeweils etwa 200 Menschen haben am Samstag in Magdeburg für Menschenrechte auf der einen sowie gegen die "Islamisierung Magdeburgs" auf der anderen Seite demonstriert.
Jeweils etwa 200 Menschen haben am Samstag in Magdeburg für Menschenrechte auf der einen sowie gegen die "Islamisierung Magdeburgs" auf der anderen Seite demonstriert.  © Tom Wunderlich
Die Polizei war mit etwa 600 Beamten vor Ort.
Die Polizei war mit etwa 600 Beamten vor Ort.  © Tom Wunderlich
Zu größeren Ausschreitungen soll es nicht gekommen sein.
Zu größeren Ausschreitungen soll es nicht gekommen sein.  © Tom Wunderlich

UPDATE, 14.15 Uhr:

Die Polizei hat neue Details zum Vorfall am Rande der Demonstrationen in Magdeburg veröffentlicht. Demnach sollen zwei Teilnehmer der Demo "Gegen die Islamisierung Magdeburgs" von drei Personen der Gegendemo angegriffen worden sein, als sie bereits in ihrem Auto saßen.

Die Täter schlugen eine Scheibe des Wagens ein und sprühten Pfefferspray ins Innere. Daraufhin flüchteten sie.

Beide Insassen, der Fahrer (37) und seine Beifahrerin (38) erlitten Atemwegs- und Augenreizungen. Diese wurden durch den herbeigerufenen Rettungsdienst ambulant behandelt.

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