Stahlknecht: AfD macht Rechtsextremisten salonfähig

Magdeburg - Die AfD hat sich bei den jüngsten rechten Demonstrationen in Köthen nicht von den Rechtsextremisten abgegrenzt. So schätzt es zumindest Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) ein.

Bei der rechten Demo am Sonntagabend war laut Einschätzung der Behörden jeder vierte bis fünfte ein Rechtsextremist.
Bei der rechten Demo am Sonntagabend war laut Einschätzung der Behörden jeder vierte bis fünfte ein Rechtsextremist.  © Tom Wunderlich

Es sei eindeutig der Eindruck entstanden, dass sich die AfD-Vertreter, darunter viele Abgeordnete, mit den Extremisten gemein machten, sagte der CDU-Politiker am Montagnachmittag in Magdeburg. So entstehe die Gefahr, dass die Rechtsextremen salonfähig gemacht würden.

Am Sonntag hatte es die dritte rechtsgerichtete Demo in Köthen seit einer Woche gegeben, nachdem ein 22-Jähriger in der Kleinstadt nach einem nächtlichen Streit an einem Herzinfarkt gestorben war (TAG24 berichtete). Zwei afghanische Staatsbürger sitzen seit dem Vorfall in Untersuchungshaft. Die AfD hatte für den Protest von Vereinen wie "Zukunft Heimat" oder dem fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis offen geworben.

Bei der Demo war nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden jeder vierte bis fünfte der maximal 1450 Teilnehmer ein Rechtsextremist. Unter ihnen seien auch 250 gewaltbereite Rechte gewesen. Unter den 850 Demonstranten beim Gegenprotest ordneten die Behörden knapp 100 der linksextremen Szene zu.

Nach der Demo randalierten am Sonntagabend mehrere Teilnehmer bei der Rückreise am Magdeburger Hauptbahnhof.

Dabei wurde unter anderem ein Böller gezündet, rechte Parolen gegrölt sowie ein Reisender mit einer Flasche beworfen. Zudem griffen einige Männer Polizeibeamte an und verletzten diese (TAG24 berichtete).

Durch die Handlungen der AfD entsteht laut Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) die Gefahr, dass Rechtsextreme salonfähig gemacht würden.
Durch die Handlungen der AfD entsteht laut Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) die Gefahr, dass Rechtsextreme salonfähig gemacht würden.  © DPA

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