Razzia nach Hooligan-Überfall bei Magdeburg: Neun Festnahmen

Magdeburg - Vier Monate nach dem Hooligan-Überfall auf einen Zug in Barleben sind in Magdeburg mehrere Wohnungen durchsucht worden.

Gegen die Männer wird wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung ermittelt.
Gegen die Männer wird wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung ermittelt.

Acht Tatverdächtige wurden festgenommen, wie die Bundespolizei in Magdeburg am Mittwoch mitteilte. Ein weiterer Tatverdächtiger konnte nicht in seiner Wohnung angetroffen werden. Alle Festgenommenen sollen im Laufe des Tages vernommen werden.

Nach Angaben der Polizei sind alle gewaltbereite Fußball-Fans. Der MDR hatte zunächst berichtet.

Bei der Razzia wurde auch ein weiterer mit Haftbefehl gesuchter Mann festgenommen, der aber nicht bei dem Zug-Überfall beteiligt gewesen sein soll.

Durch Zeugenaussagen und Handyvideos von der Tat im August konnte die Polizei die neun Tatverdächtigen identifizieren, wie sie mitteilte. Alle waren schon vorher polizeilich bekannt und wurden als gewaltbereit geführt.

10 bis 12 vermummte Täter hatten am Abend des 11. August eine S-Bahn mit rund 45 Fahrgästen überfallen, verriegelt und großflächig mit Graffiti beschmiert, etwa mit dem Schriftzug "FCM". Sie versprühten Reizgas. Drei Menschen wurden verletzt. Gleich nach der Tat waren vier Tatverdächtige gefasst worden.

Reisende hatten den Überfall gefilmt, zudem gibt es Aufnahmen der Bahn (TAG24 berichtete).

UPDATE, 12.50 Uhr: An der Razzia waren 150 Beamte der Bundespolizei beteiligt. Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt dreizehn deutsche Männer, von denen vier bereits kurz nach dem Angriff aufgegriffen werden konnten. Fünf weitere Tatverdächtige wurden am 16. August vorläufig festgenommen, als sie mehrere Waggons eines abgestellten Zuges am Bahnhof Magdeburg-Buckau besprühten. Einer von ihnen war der Bundespolizei bereits als einer der Angreifer vom 11. August bekannt. Er kam in Untersuchungshaft. Bei anschließenden Wohnungsdurchsuchungen wurden umfangreiche Beweismittel (Vermummungsgegenstände, Computer, Telefone, Reizgas, Pfefferspray, Farbspraydosen, Drogen, Waffen, Pyrotechnik usw.) sichergestellt. Die Verdächtigen sind 17 bis 37 Jahre alt.

Der Leiter des Einsatzes , Polizeioberrat Markus Pfau zu dem Einsatz: "Es geht hier um eine Szene, die mit solchen Straftaten ihren Geltungsdrang narzisstisch und erlebnisorientiert auslebt, das auf Kosten der Reisenden, auf Kosten der Deutschen Bahn und - ganz entscheidend - unter Inkaufnahme gesundheitlicher Schäden für die Reisenden. Dem gilt es, ganz entschieden entgegen zu treten, wozu die heutigen Einsatzmaßnahmen maßgeblich beitrugen."

Die Beamten durchsuchten die Wohnungen am Mittwoch nach Beweisen für die Taten.
Die Beamten durchsuchten die Wohnungen am Mittwoch nach Beweisen für die Taten.  © Tom Wunderlich

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