Magdeburg: Lesbische Pinguine leben in Dreiecksbeziehung

Magdeburg - Zwei Pinguine lieben sich, können jedoch keinen Nachwuchs bekommen - da beide weiblich sind. Ein Dritter im Bunde soll es nun richten.

Zwei sich küssende Pinguine (Symbolbild).
Zwei sich küssende Pinguine (Symbolbild).  © 123RF/Davide Guidolin

Homosexuelle Pinguine gibt es im Magdeburger Zoo nicht zum ersten Mal. Schon vor Jahren sorgten zwei schwule Vögel für Aufsehen, wurden schließlich getrennt untergebracht.

Das soll nun bei zwei lesbischen Pinguinen vermieden werden, sagt die zuständige Tierpflegerin Susann Paelecke gegenüber der Volksstimme.

Im Sommer 2016 verliebten sich die Pinguin-Mädels José und Sarafina ineinander. Seitdem sollen sie jeden Weg gemeinsam gehen und immer wieder ihre Eier bebrüten.

Doch mit dem Nachwuchs soll es nicht so recht geklappt haben.

Paelecke erklärt der Magdeburger Volksstimme, dass die Tiere entgegen ihrer Natur immer wieder neue Bruthöhlen suchten. Die Pinguine wurden dabei immer unruhiger.

Hoffnung in Sicht: Im März 2018 wurde ihr Pinguin-Nachbar Karl Ruprecht zum Witwer. Seine Trauer über den Verlust seiner Frau soll nur wenige Wochen angehalten haben, dann wurde er bei José gesehen.

Dreiecksbeziehung könnte für Babys sorgen

Kurze Zeit, nachdem Pflegerin Susann Paelecke den einsamen Vogel bei dem homosexuellen Weibchen sah, fand sie dort auch zwei Eier. Und auch Sarafina legte ein Ei. Selbstverständlich liegen die drei Eier im selben Nest.

Als im Mai 2018 die ersten Küken schlüpften, war die Freude groß. Doch sie hatte nicht lang Bestand. Alle Küken verstarben schnell. Doch die Damen und auch Karl Ruprecht gaben nicht auf.

Im Oktober vergangenen Jahres und im Januar dieses Jahres kamen immer wieder neue Eier hinzu. Die Tiere versuchten es einfach weiter, wollten unbedingt kleinen Pinguin-Nachwuchs.

Selbst jetzt brüten die drei Vögel fleißig. Der Zoo Magdeburg rechnet mit Nachwuchs ab dem kommenden Wochenende, eventuell Anfang der nächsten Woche.

Welches Küken zu welcher Mutter gehört, ließe sich nicht sagen. Das könne dann nur ein DNA-Test genau bestimmen, da die Eier der Pinguin-Weibchen immer noch gemischt in einem Nest liegen.

Die Tierpfleger haben indes mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen: Für drei Küken reicht der Platz im Zoo nicht aus. Ein oder zwei der Küken könnten mit der Hand aufgezogen werden, das oder die anderen Tierchen müssten abgegeben werden. Und das ist nur ein Problemfall von vielen: Denn gleich sechs weitere Pinguinpärchen brüten momentan ihre Eier aus.

Sieht also ganz danach aus, als würde es bald reichlich schwarz-weißen Nachwuchs in Sachsen-Anhalt geben.

Titelfoto: 123RF/Davide Guidolin

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