Erschreckende Zahlen: Immer mehr Jugendliche leiden unter Essstörungen

Jedes dritte Mädchen leidet unter Essstörungen. (Symbolbild)
Jedes dritte Mädchen leidet unter Essstörungen. (Symbolbild)  © 123RF

Bielefeld - Die Zahlen sind erschreckend! Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts leidet etwa jedes dritte Mädchen und jeder fünfte Junge im Alter von 11 und 17 Jahren unter Essstörungen. Auch Bielefelder Schulsozialarbeiter und Therapeuten sind besorgt.

Ungefähr 100.000 Magersüchtige und circa 300.000 Bulimiekranke soll es derzeit in NRW geben. "Gestörtes Essverhalten in seinen verschiedenen Ausprägungen nimmt unter Jugendlichen deutlich zu", sagte die Bielefelder Psychotherapeutin Bettina Koch, die sich auf psychosomatische Erkrankungen spezialisiert hat, gegenüber der Neuen Westfälischen.

"Es sind vor allem die Mädchen, die sich gegenseitig die Kalorien vorzählen. Der Druck, perfekt zu sein, ist unglaublich hoch. Ein normales Verhältnis zum Thema Essen verschwindet", erklärte hingegen Sylvia Krenzel vom Mädchenhaus Bielefeld.

Essstörungen sind das Symptom einer tiefer liegenden Thematik, verdeutlichte Koch und fuhr fort: "Jugendliche sehnen sich nach Zugehörigkeit. Sie fühlen sich oft nicht angenommen, viele haben ein geringes Selbstwertgefühl."

Aber auch vermehrter Schulstress und gesellschaftlicher Leistungsdruck können Gründe für unzureichende Ernährung sein. "Da sind in den Köpfen zum Teil extreme Bilder von einem perfekten Leben. Zudem haben Selbstkontrolle und Selbstdisziplin gerade auch beim Essen, sowie ein definierter Körper gesellschaftlich einen hohen Stellenwert bekommen."

Zudem werde unter Jugendlichen deutlich mehr gemobbt, als früher.

Daher wünschen sich viele Sozialarbeiter mehr Prävention. Ilona Hübner vom Berufskolleg Senne fordert zum Beispiel, dass es an den Schulen anonyme Sprechstunden zu dem Thema gibt und die Sozialarbeiter mehr Ansprechpartner erhalten, an die sie die betroffenen Schüler weiterverweisen können.

Titelfoto: 123RF


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