Gasexplosion in Russland: Zahl der Toten steigt, 37 Bewohner vermisst

Magnitogorsk - Die schwere Gasexplosion am Silvestertag im russischen Magnitogorsk (TAG24 berichtete) hat mindestens sieben Menschen das Leben gekostet. Doch womöglich wird die Opferzahl weiter steigen.

In dem eingestürzten Mehrfamilienhaus werden noch immer viele Bewohner vermisst.
In dem eingestürzten Mehrfamilienhaus werden noch immer viele Bewohner vermisst.  © Maxim Shmakov/AP/dpa

Das berichtete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf neue Angaben des Zivilschutzministeriums. Bergungskräfte hätten in der Nacht zum Dienstag weitere Leichen aus den Trümmern gezogen. 37 Menschen galten als vermisst.

Zuvor war der komplette Aufgang eines zehnstöckigen Wohnblocks wie ein Kartenhaus zusammengestürzt. Demnach wurden 25 Wohnungen komplett und zehn teilweise zerstört.

In den Trümmern suchten Retter in einem Wettlauf mit der Zeit nach Verschütteten, weil Überlebenden bei minus 27 Grad in der Nacht und minus 19 bei Tage der Tod durch Erfrieren drohte.

Die Explosion hatte sich um 4.00 Uhr Ortszeit (0.00 Uhr MEZ) ereignet. Vier Hausbewohner waren im Lauf des Montags tot geborgen worden. Drei weitere Leichen entdeckte man später in den Trümmern.

Wladimir Putin vor Ort

Das Gebäude wurde durch die Gasexplosion massiv beschädigt.
Das Gebäude wurde durch die Gasexplosion massiv beschädigt.  © Maxim Shmakov/AP/dpa

Auch die Zahlen derer, die sich womöglich noch im Gebäude befinden, wurde nach oben korrigiert. Demnach waren in den 48 zerstörten Wohnungen offiziell 110 Bewohner registriert.

Einige konnten die Ruine unverletzt verlassen, andere wurden von den Suchmannschaften verletzt geborgen. Knapp 30 Bewohner meldeten sich unverletzt bei den Behörden. Sie hatten die Nacht anderswo verbracht.

Magnitogorsk liegt etwa 1400 Kilometer östlich der Hauptstadt Moskau. Selbst Präsident Wladimir Putin flog aus seinem Urlaubsort Sotschi in die Stadt am Ural, um sich über die Rettungsarbeiten zu informieren und mit Opfern zu sprechen.

Ein 13-jähriger Junge berichtete dem Kremlchef, er habe länger als eine Stunde unter den Trümmern festgesteckt, bis er gerettet worden sei. "Ich bin so schnell zu euch aufgebrochen, dass ich gar nichts mitgebracht habe", sagte Putin.

In russischen Wohnhäusern kommt es immer wieder zu Gasexplosionen. Magnitogorsk gilt wegen seiner Stahlindustrie und Metallurgie zudem als eine der am stärksten verschmutzten Städte weltweit.

Wladimir Putin (links) reiste nach Magnitogorsk, um sich selbst ein Bild zu machen.
Wladimir Putin (links) reiste nach Magnitogorsk, um sich selbst ein Bild zu machen.  © Uncredited/RU-RTR Russian Television/AP/dpa

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