Wer macht denn sowas? Asche von Mahatma Gandhi gestohlen

Rewa - Während Indien den 150. Geburtstag von Widerstandskämpfer Mahatma Gandhi begeht, haben Unbekannte eine Gedenkstätte des "Vaters der Nation" beschmiert und sterbliche Überreste von ihm gestohlen.

Widerstandskämpfer Mahatma Gandhi wurde 78 Jahre alt.
Widerstandskämpfer Mahatma Gandhi wurde 78 Jahre alt.  © DPA

Als der Kongresschef von Rewa, Gurmeet Singh, einen Gebäudekomplex in der zentralindischen Stadt betrat, konnte er laut "India Today" nicht glauben, was er da sah.

Zusammen mit einem anderen Mitarbeiter wollte er zum Denkmal von Gandhi gehen, um ihm Tribut zu zollen. Aber das Denkmal sah nicht mehr so aus, wie er es kannte.

Das große Bild des Widerstandskämpfers war beschmiert mit der Aufschrift "Anti-National" und der Teil seiner Asche, der in Rewa verwahrt war, gestohlen.

Sofort legte Singh eine formelle Beschwerde bei der Polizei ein und äußerte zugleich eine Vermutung über die Herkunft der Täter:

"Dies scheint das Werk derer zu sein, die Nathuram Godse, den Mörder von Ghandi, lieben. Dieser Hass muss sofort aufhören und die Polizei sollte schnell handeln, um die Täter zu identifizieren und zu fassen."

Während die Polizei Ermittlungen bestätigt, sind die Bewohner von Rewa laut dem indischen Newsportal im "Schockzustand" und fragen sich, wie das nur passieren konnte.

Indien ist durch religöse Konflikte zerissen

Ghandis Mörder: Nathuram Godse.
Ghandis Mörder: Nathuram Godse.  © Screenshot/Twitter/KashifKakvi

Das Leben von Ghandi endete 1948 abrupt und auf tragische Art und Weise. Während eines Gebets wurde er in Dehli von Nathuram Godse, einem radikalen Hindu, erschossen.

Dieser tötete ihn nur wenige Monate nach der Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien. Er war der Ansicht gewesen, dass die hinduistische Mehrheit im Staat Indien durch Gandhi gegenüber einer muslimischen Minderheit benachteiligt wurde, so die "Tagesschau".

Gandhi, selbst ein gläubiger Hindu, hatte sich trotz der massiven Spannungen zwischen den beiden religiösen Gruppen immer wieder für die Muslime stark gemacht.

Mit Hungerstreiks und predigten, setzte er sich für ein Ende der Gewalt ein und schlug laut "Deutschlandfunk" sogar vor, der muslimischen Liga die Führung im neuen Staat Indien zu überlassen.

Gandhis liberales Verhalten kam bei radikalen hinduistischen Gruppen gar nicht gut an, weshalb Nathuram Godse bis heute von ihnen als der eigentliche Volksheld gefeiert wird.

Mit seiner Unabhängigkeit wurde Indien geteilt. Der Hinduistische behielt den bekannten Namen, der muslimische wurde zu Pakistan (Ostpakistan später zu Bangladesh). Leider ist bis heute kein Ende der Konflikte in Sicht. Beide Länder sind Atommächte und sich spinnefeind. Um die sogenannte Kaschmir Region streiten sie sich bis heute.

Lange übrigens sah der gemäßigte Hinduismus in Indien das Attentat als eine Art Schande für seine Religion an. Doch in den letzten Jahren verändert sich die Stimmung spürbar. Einige fordern inzwischen eine Statue für Godse und eine Verankerung des Hinduismus als Staatsreligion in der Verfassung.


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