Scheiterhaufen brennt: Bauern wollen Wölfe bekämpfen!

Der Scheiterhaufen brennt: Mit einem Mahnfeuer wollen Bauern auf ihre Situation aufmerksam machen.
Der Scheiterhaufen brennt: Mit einem Mahnfeuer wollen Bauern auf ihre Situation aufmerksam machen.

OWL - Bauern aus Ostwestfalen-Lippe reicht's. Sie wollen die Wölfe, die ihre Tiere reißen und töten, endlich loswerden.

Geht es nach ihnen, gibt es nur eine Lösung: Die Raubtiere müssen gejagt werden. Seit Wochen warnen Landwirte und Jäger in NRW vor der Gefahr, die die Wölfe mit sich bringen. Man soll reagieren, bevor ihre Ausbreitung "womöglich unbeherrschbar werden".

Im Kreis Minden-Lübbecke protestierten Bauern jetzt für die Freigabe zum Abschuss. Sie haben Angst um ihre Tiere. Mit einem Mahnfeuer machten sie auf das Problem und ihre Befürchtungen aufmerksam.

Als der Wolf vor etwa 200 Jahren noch heimisch in OWL war, gab es keine Stacheldrähte, die die Tiere abhielten. Allerdings bewachten Hirten das Vieh und vertrieben die gefährlichen Raubtiere.

"Wir brauchen eine vernünftige Populationskontrolle bei den Wölfen. Das heißt Bejagung", wird der Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Wilhelm Brüggemeier, in der Neuen Westfälischen zitiert.

Bauern in OWL haben Angst, dass sich Wölfe unkontrolliert ausbreiten und ihre Tiere töten.
Bauern in OWL haben Angst, dass sich Wölfe unkontrolliert ausbreiten und ihre Tiere töten.

Naturschützer raten den Viehhaltern, sie sollen ihre Tiere wolfssicher einzäunen. Das Gegenargument der Bauern: "Dann käme kein anderes Wild mehr durch, kein Reh, kein Fuchs", sagt beispielsweise Kreislandwirt Rainer Meyer. Das diene wiederum keiner Biotop-Vernetzung.

Ob es eine wolfssichere Einzäunung gibt, sei ohnehin fraglich. Hindernisse von 1,2 Metern stellen für Wölfe kein Problem dar. Die überspringen sie einfach.

Im Osten Deutschlands hat die zunehmende Wolfs-Population bereits Folgen hinterlassen: Immer mehr Weidetierhalter werfen die Flinte ins Korn und ziehen sich aus dem Geschäft zurück.

Die OWL-Bauern wollen Wölfe aber keineswegs komplett ausrotten. Es solle nicht auf jeden geschossen werden.

Trotzdem stellt Meyer klar: "Der Wolf hat keinen Heiligenschein, auch wenn man ihm den derzeit verpasst." Die Landwirte wollen, dass der Wolf seine Scheu vor dem Menschen behält. Ansonsten, so die Befürchtung, sind bald auch Menschenleben in Gefahr.


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