Vermieter kündigt Höcke-Gegnern den Vertrag

Morius Enden und Jenni Moli, Mitglieder von ZPS, haben jetzt die Mietkündigung auf dem Tisch.
Morius Enden und Jenni Moli, Mitglieder von ZPS, haben jetzt die Mietkündigung auf dem Tisch.  © DPA

Bornhagen - Nach Informationen des MDR Thüringen, wurde der Politaktivistengruppe "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) der Mietvertrag für das Nachbargründstück zum Haus von Björn Höcke gekündigt.

Die Aktivisten hatten am Mittwoch eine Nachbildung des Holocaust-Mahnmal auf das Nachbargelände gebaut (TAG24 berichtete).

Laut MDR habe der Besitzer des Nachbargrundstücks den Aktivisten am Donnerstagnachmittag die Kündigung übergeben. Der Eigentümer wolle erreichen, dass die Gruppe das Grundstück zum Jahresende räumt.

ZPS fordert Höcke mit dem Mahnmal dazu auf, per Kniefall Abbitte für seine umstrittene Dresdner Rede zur Erinnerungskultur zu leisten. Außerdem behauptet die Gruppe, Höcke über Monate hinweg nachspioniert zu haben. Die Polizei ermittelt deswegen nun wegen des Verdachts auf Nachstellung, Nötigung und Diebstahl.

Am Donnerstagmittag reagierte Höcke erstmals auf die Aktion. Auf Twitter zitierte er den Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Reinhard Schramm, mit dessen Worten: "Höckes Wohnhaus halte ich für kein geeignetes Ziel des Protestes. Es gibt bei uns keine Sippenhaft."

Eine Reaktion vom ZPS auf die Kündigung des Mietvertrags gibt es bislang nicht.

Update 17:21 Uhr: Der künstlerische Leiter des ZPS, Philipp Ruch, hat den Erhalt einer Kündigung zum 31. Dezember bestätigt. Er betrachte die Kündigung jedoch als gegenstandslos, da gesetzliche Fristen nicht eingehalten würden.

Titelfoto: DPA


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