Auch DU bist angeblich schuld, wenn die Rundfunkgebühr erhöht wird!

Mainz - ARD und ZDF sind der Meinung, um die "Qualität" der Programme aufrecht erhalten zu können, müsse der Rundfunkbeitrag steigen - das sei so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber man sieht bei den Öffentlichen auch noch einen anderen Grund bei der Kostenentstehung - die vielen User, die die Programme online konsumieren...

Dr. Thomas Bellut ist seit März 2012 Intendant des ZDF.
Dr. Thomas Bellut ist seit März 2012 Intendant des ZDF.  © ZDF/Markus Hintzen

Falls nicht alle Landtage einer Anpassung der Beiträge zustimmen sollten, "bliebe als Ultima Ratio die Klärung beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe", so zumindest der BR-Vorsitzende Ulrich Wilhelm Ende des vergangenen Jahres (TAG24 berichtete).

Der deutsche Rundfunkbeitrag ist nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs rechtmäßig. Bis 2020 haben Zuschauer der öffentlichen Anstalten noch Ruhe vor einer Teuerung.

So lange bleibt's noch bei den derzeit 17,50 Euro monatlich pro Haushalt - versprochen! Aber schon im nahenden Frühjahr 2019 müssen die öffentlich-rechtlichen Sender der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) mitteilen, wie viel Geld sie tatsächlich für die Jahre 2021 bis 2024 brauchen.

"Wir sind offen und gesprächsbereit. Klar ist aber, ohne eine Beitragsanpassung ist das Qualitätsniveau auf keinen Fall zu halten."

Und weiter sagt ZDF-Intendant Bellut: "Weil wir aber aktuell die Rücklage einsetzen dürfen, die nach der Umstellung auf den Rundfunkbeitrag entstanden war, beträgt der Beitrag nach unserer Berechnung real bereits 18,35 Euro."

Bis 2010 bleibt's bei den derzeit 17.50 Euro monatlich pro Haushalt.
Bis 2010 bleibt's bei den derzeit 17.50 Euro monatlich pro Haushalt.  © DPA

Allerdings munkelt man laut in Medienkreisen, dass ein Großteil der Beiträge auch für Pensionsrückstellungen benötigt werden.

So rechnete die >> FAZ bereits 2016 vor: "Beim Westdeutschen Rundfunk lassen sich die Ansprüche für Ex-Intendantin Monika Piel auf beeindruckende 3,2 Millionen Euro beziffern. Für den derzeitigen Intendanten Tom Buhrow wurden zuletzt 3,1 Millionen Euro genannt." Für alle Mitglieder der Geschäftsleitung zusammen kam der WDR im Jahr 2014 auf stolze 15,1 Millionen Euro.

Über die genaue Höhe der Pensionen sagte der Sender nichts. Klar ist nur: Sie sind üppig. Laut "Bild" sei verbrieft, dass beispielsweise Tom Buhrow im Pensionsalter wahrscheinlich nicht weniger verdienen wird als jetzt: Zuletzt bekam er 359.000 Euro im Jahr...

Offenbar ist den Öffentlichen nicht daran gelegen, mehr einzusparen, denn "das (A. d. R.: der 17,50-Euro-Beitrag) ist der wirkliche Basiswert. Alles darunter wäre eine klare Kürzung, die nur durch große Einsparungen im Programm erbracht werden könnte."

Hinzu aber kommt eine neue Belastung

Der Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR) Ulrich Wilhelm.
Der Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR) Ulrich Wilhelm.  © DPA

Aber: Da das Programm von ARD und ZDF zunehmend nicht mehr nur über den klassischen (linearen) TV-Anschluss, sondern vermehrt online über den PC, Smart-TV & Co. abgerufen wird, entstehen den Anstalten Extra-Kosten.

Das bringe für die öffentlich-rechtlichen Sender "ein wachsendes Problem mit sich, das sich auch auf die künftige Höhe des gesellschaftlich umstrittenen Rundfunkbeitrags (ehemals GEZ-Gebühr) auswirken könnte", schreibt >> chip.

Dadurch, dass User vermehrt Inhalte online ansehen, ist die Datennutzung enorm gestiegen. Das zumindest erklärte ZDF-Produktionsdirektor Andreas Bereczky bei der BREKO-Jahrestagung in Berlin. Demnach habe der Sender allein im August 2018 64.000 Terabyte Daten ausgespielt. Im Jahr 2017 seien es insgesamt 570.000 Terabyte gewesen.

Für ARD und ZDF habe diese Daten-Entwicklung finanzielle Folgen, denn jeder Streaming-Nutzer kostet sie zusätzliches Geld.

Grund dafür sei, dass die öffentlich-rechtlichen Sender für jeden aufgerufenen Stream zusätzliches Geld an Internet-Dienstleister bezahlen müssen.

"Der Rundfunkbeitrag müsste nicht erhöht werden, wenn die Sender sich auf den Kern des Programmauftrags konzentrieren und effizienter wirtschaften. Einfach erhöhen ist geradezu respektlos. CL", schrieb FDP-Chef Lindner Ende Dezember auf Facebook.
"Der Rundfunkbeitrag müsste nicht erhöht werden, wenn die Sender sich auf den Kern des Programmauftrags konzentrieren und effizienter wirtschaften. Einfach erhöhen ist geradezu respektlos. CL", schrieb FDP-Chef Lindner Ende Dezember auf Facebook.  © DPA

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