Rechte und Linke demonstrieren wegen Susanna

Mainz - Rund 175 Menschen haben am Samstag mit Schweigeminuten der getöteten 14-jährigen Susanna F. friedlich in ihrer Heimatstadt Mainz gedacht.

Teilnehmer an einer von der AfD organisierten Mahnwache für die getötete Susanna halten Schilder in die Höhe.
Teilnehmer an einer von der AfD organisierten Mahnwache für die getötete Susanna halten Schilder in die Höhe.

Am Petersplatz versammelten sich rund 75 Menschen bei einer Trauerkundgebung, zu der die "Gutmenschliche Aktion Mainz" aufgerufen hatte. Die Veranstaltung richte sich gegen Rassismus und sexualisierte Gewalt an Frauen, hieß es von der Organisatorin.

Sie rechne die Demonstranten eher dem linken politischen Spektrum zu. Wenige Meter weiter demonstrierten rund 100 Menschen bei einer von der AfD angemeldeten Kundgebung.

Die Leiche der 14 Jahre alte Susanna aus Mainz war am Mittwoch in einem Waldstück in Wiesbaden gefunden worden. Ein 20 Jahre alter Iraker wird verdächtigt, das seit dem 22. Mai vermisste Mädchen vergewaltigt und ermordet zu haben. Der Fall sorgt deutschlandweit für großes Aufsehen (TAG24 berichtete).

Nur wenige Meter vom Petersplatz entfernt rief die AfD-Landtagsfraktion am Platz der Mainzer Republik kurz darauf zu einer Trauerkundgebung auf. Zur Veranstaltung unter dem Motto "Es reicht! Endlich Konsequenzen ziehen!" kamen rund 100 Teilnehmer. Mit dabei waren unter anderem der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Uwe Junge und Bundesvorstandsmitglied Guido Reil.

In seiner Rede forderte Junge Abschiebezentren außerhalb Deutschlands. Illegale und Kriminelle müssten umgehend dorthin abgeschoben werden. Er erwarte durchgreifende Maßnahmen. "Wir müssen die Asylgesetze zumindest vorübergehend aussetzen." Man müsse darüber nachdenken, ob sie noch zeitgemäß seien.

Junge widersprach der Anschuldigung, die AfD missbrauche den Mordfall für politische Zwecke. "Das ist ein reflexartiger Vorwurf." Er werfe Landes- und Bundesregierung vor, Gewalttaten mit Flüchtlingen als Tätern zu bagatellisieren. Der Mord sei politisch, weil er offenbare, "dass die Asylpolitik insgesamt offensichtlich zum Scheitern verurteilt ist". Im Fall Susanna handle es sich um völliges totales Staatsversagen, sagte Reil.

Während der Rede Junges ertönten mehrmals kurze Zwischenrufe von Gegendemonstranten hinter einer Absperrung. Es sei auch zu beleidigenden Äußerungen gekommen, teilte die Polizei mit. Insgesamt blieb die Stimmung bei 29 Grad im Schatten während beider Kundgebungen aber weitgehend friedlich.


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