Zehn-Kilo-Mülleimer aus Flüchtlingsheim auf Feiernde geworfen: 35-Jährige überlebt nur knapp

Mainz - Am Montag wurde ein Mann freigesprochen, der zuvor beschuldigt wurde, einen Mülleimer aus einer Flüchtlingsunterkunft auf eine Frau geworfen zu haben.

Die Täterschaft konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden (Symbolfoto).
Die Täterschaft konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden (Symbolfoto).  © DPA

Am 2. Juli 2017 geschah es: Zahlreiche Gäste warteten vor dem Club "schon schön" auf Einlass, als ein zehn Kilo schwerer Metall-Mülleimer aus dem 3. Stock aus dem Fenster einer Asylbewerberunterkunft auf die Wartenden geworfen wurde.

Wie die "Allgemeine Zeitung" berichtete, überlebte eine 35-jährige Frau nur knapp, weil sie in letzter Sekunde ihren Kopf wegzog und eine Freundin sie zudem zur Seite schubste. So knallte der schwere Gegenstand nicht direkt auf ihren Kopf, sondern streifte die Frau nur, wobei sie immer noch Schürfwunden, Prellungen und eine Platzwunde am Kopf davontrug.

Bei der Urteilsverkündung am Montag, betonte der Vorsitzende Richter zwar, dass die Tat das "Mordmerkmal der Gemeingefährlichkeit erfüllt", doch konnte nicht ohne Zweifel bewiesen werden, dass der Angeklagte, dessen Alter nicht einwandfrei geklärt werden konnte, den Mülleimer geworfen habe.

Viele Zeugenaussagen waren sehr ungenau, manche vermuteten einfach nur den Angeklagten hinter der Tat.

Täterschaft kann nicht zweifelsfrei geklärt werden: Freispruch!

Erschwerend kam hinzu, dass zu Anfangs nicht wegen des Verdachts auf Totschlag oder gar Mordes ermittelt wurde, sondern wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Mülleimer, mit dem das Opfer abgeworfen wurde, lag noch einen Tag später auf der Straße, Täterspuren wurden nicht gesichert!

Opferanwalt und Staatsanwältin waren zwar von der Täterschaft des Angeklagten überzeugt, doch gab es am Ende zu wenig Beweise, um den Somalier als Täter verurteilen zu können. Er wurde daher freigesprochen. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: DPA


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