"Früher wärst du vergast worden": Hass-Botschaft an transsexuelle Frau sorgt für Entsetzen

Mainz - Eine heftige Hass-Botschaft sorgt aktuell für Entsetzen in den sozialen Netzwerken. In dieser wird eine transsexuelle Frau aus Oppenheim aufs übelste beschimpft und diffamiert.

Die Oppenheimerin teilte ein Foto des Zettels über ihren Facebook-Account.
Die Oppenheimerin teilte ein Foto des Zettels über ihren Facebook-Account.  © Screenshot/Facebook Sandra Sandi Bitz

Doch was war geschehen? Offenbar hatten Unbekannte das entsprechende Schreiben mitsamt Foto an die Wohnungstür des Opfers gehangen.

"Wer immer diese Transe sieht: Bespuckt es, schlagt es. Früher wärst du vergast worden, aber auch heute kriegen wir dich noch. Du krankes, perverses Schwein", heißt es auf dem Zettel, den die Oppenheimerin auf ihrer Facebook-Seite teilte.

Dort ist die Bestürzung über die Botschaft groß. Mittlerweile wurde das Foto über 500 Mal kommentiert und 900 Mal geteilt. Der Tenor bei den Kommentaren ist vorwiegend gleich: Die User sind geschockt und solidarisieren sich mit der Frau, die offen zu ihrer Geschlechtsumwandlung steht.

"So was geht gar nicht. Wie fies ist das denn? Bitte passe auf dich auf Sandra. Lass dich nicht unterkriegen", lautet etwa einer der zahlreichen Kommentare. "Eine wirklich widerwärtige Aktion. Bin fassungslos, dass sowas 2019 noch passiert", so ein weiterer geschockter User.

Bürgermeister meldet sich zu Wort

Die Oppenheimerin zeigte sich am Freitagmorgen gerührt von dem riesigen Feedback und sei "völlig geflasht". "Ich sehe gerade wie oft der 'Schmierzettel' geteilt und kommentiert worden ist. Vielen Dank an alle die hier ein Zeichen für Toleranz setzen. Das macht Mut. Dankeschön"

Mittlerweile hat sich auch der Bürgermeister der Stadt, Walter Jertz, zu dem erschreckenden Vorfall zu Wort gemeldet. "Für Intoleranz und intolerante Menschen ist hier nicht nur kein Platz. Vielmehr werden wir als weltoffene Oppenheimerinnen und Oppenheimer diese menschenverachtende Tat nicht hinnehmen", erklärte der Parteilose in einer Stellungnahme auf der Website der Stadt Oppenheim.

Polizei in Oppenheim ermittelt und sucht Zeugen

Update, 19.15 Uhr: Die Polizei in Oppenheim hat Ermittlungen in diesem Fall aufgenommen. Demnach wird die Tatzeit auf den Zweitraum zwischen Donnerstag, 22.30 Uhr und Freitag, 6 Uhr eingegrenzt.

Die geschädigte 46-jährige Oppenheimerin wurde von den Beamten vernommen. Auch erste Maßnahmen zur Spurensicherung seien erfolgt, hieß es weiter.

Konkrete Hinweise auf den oder die Täter gebe es jedoch noch nicht. Zeugen sollen sich unter der Telefonnummer 06133933100 bei der Polizeiinspektion Oppenheim melden.


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