Arzt will auf Flüchtlings-Rettungsschiff helfen, doch es gibt ein Problem

Mainz - Der Mainzer Arzt Gerhard Trabert hat seine geplante Mitwirkung an einem neuen Rettungseinsatz im Mittelmeer bis auf weiteres verschieben müssen.

Gerhard Trabert kann das Festhalten des Schiffes nicht nachvollziehen.
Gerhard Trabert kann das Festhalten des Schiffes nicht nachvollziehen.  © DPA

Der für Montag geplante Flug nach Malta sei gestrichen, "weil die Sea Watch weiter festgehalten wird", sagte Trabert am Freitag in Mainz.

Das Rettungsschiff "Sea Watch 3" wird seit fünf Wochen im Hafen von Malta blockiert - obwohl das Schiff korrekt in den Niederlanden registriert ist.

"Das Boot wurde durchgecheckt und abgenommen, da ist nichts falsch", sagte Trabert nach einem Telefongespräch mit Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer. "Jetzt legt die Sea Watch Rechtsmittel ein. Es gibt keinen legalen Grund mehr, sie weiter festzuhalten."

Trabert rief die Landesregierungen und Kommunen dazu auf, ihre Bereitschaft zur Aufnahme von geretteten Bootsflüchtlingen zu erklären. "Das würde Italien entlasten und die zivile Seenotrettung mit unterstützen."

Er könne nicht verstehen, wie schnell die Menschenrechte in Europa an Bedeutung verlören. "Dass man diese Humanität jetzt so über Bord wirft, macht mir Angst."

Die elfte Mission der "Sea Watch" soll bis zum 29. August dauern. "Wir warten auf einen Anruf", sagte Trabert. "Wenn die Sea Watch auslaufen kann, werden wir nach Malta fliegen."

Gerhard Trabert richtete 2013 in Mainz das Projekt "Ambulanz ohne Grenzen" ein.
Gerhard Trabert richtete 2013 in Mainz das Projekt "Ambulanz ohne Grenzen" ein.  © DPA

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