Weil er Flüchtlingen im Irak hilft: Deutscher Ex-Politiker für tot erklärt

Mainz - Er wollte und will lediglich den Armen und Schwachen helfen. Doch dafür erntete der ehemalige FDP-Politiker Tobias Huch (37) immer wieder Hass und Gewalt-Drohungen. Was Unbekannte jedoch diesmal für ein böses Spiel mit ihm trieben, ist an Geschmacklosigkeit kaum noch zu überbieten.

In der falschen Trauermeldung wurde bereits die Beerdigung des ehemaligen Politikers Tobias Huch angekündigt.
In der falschen Trauermeldung wurde bereits die Beerdigung des ehemaligen Politikers Tobias Huch angekündigt.  © DPA

Denn wie die Bild-Zeitung am Sonntag berichtete, verfassten bislang nicht identifizierte Urheber eine falsche Trauer-Anzeige für den 37-Jährigen. Laut dieser sei er bereits am 15. Januar in Istanbul verstorben - ausgemachter Humbug, wie Huch selbst verlauten ließ.

Auch seine Beerdigung wurde in dem Trauerschreiben bereits angekündigt. Des Weiteren steht in der Fake-Meldung geschrieben: "Plötzlich und unerwartet, für uns alle unfassbar, starb nach einem Leben voll Kummer und Sorgen unser lieber Sohnemann". Angeblich sei die Meldung, die im Internet in Umlauf gebracht wurde, von Huchs Eltern geschaltet worden. Die Trauerfeier solle im Irak stattfinden.

Doch nicht nur die Tatsache, dass der ehemalige FDP-Mann notleidenden und verfolgten Kurden im Nord-Irak unterstützt erzeugt den Hass gegen ihn. Sein vor Kurzem veröffentlichtes Buch mit dem Titel "Kurdistan: Wie ein unterdrücktes Volk den Mittleren Osten stabilisiert" brachte das Wut-Fass scheinbar zum überlaufen.

Doch woher kommt diese Abneigung - und vor allem, von wem? "Den meisten Terror bekomme ich von fanatischen Erdogan-Anhängern und türkischen Rassisten wie den 'Grauen Wölfen' ab", erklärte Huch der Bild-Zeitung.

Dass nun sogar sein Tod öffentlich verkündet wurde, scheint Huch jedoch nur wenig einzuschüchtern: "Ich bin Schlimmes gewohnt. Wer täglich Morddrohungen von islamistischen Terroristen bekommt und schon von ISIS im Irak unter Beschuss genommen wurde, der kann über solche Versuche der Einschüchterung nur müde lächeln", so sein Kommentar.

Titelfoto: DPA