Wegen chauvinistischen Fragen? Claus Kleber bekommt denkwürdigen Preis

Moderator Claus Kleber mit "Saurer Gurke" ausgezeichnet (Symbolfoto).
Moderator Claus Kleber mit "Saurer Gurke" ausgezeichnet (Symbolfoto).  © DPA

Mainz - Das Interview mit Maria Furtwängler im Sommer sorgte durch die zweifelhaften Fragen des ZDF-Moderators für ordentlich Furore. Nun wurde Claus Kleber dafür mit der berühmt-berüchtigten "Sauren Gurke" ausgezeichnet.

Aber was war da los? In dem Interview vom 12. Juli, wollte Maria Furtwängler einfach nur die Ergebnisse der Studie ihrer Stiftung vorstellen, die sich mit der Geschlechter-Gleichberechtigung in der deutschen Film-und Fernsehlandschaft auseinandersetzt.

Das erschreckende Ergebnis: Frauen sind nur halb so oft im Fernsehen zu sehen, wie ihre männlichen Kollegen! Besonders im Kinderfernsehen sei das Ungleichgewicht sehr hoch. "Nur eine von vier Rollen ist weiblich", erzählte Furtwängler.

Die anschließende Frage Klebers, wirkte da angesichts der Ernsthaftigkeit des Themas, alles andere als professionell.

Verdient oder nicht verdient? Claus Kleber mit seiner Interviewpartnerin Maria Furtwängler.
Verdient oder nicht verdient? Claus Kleber mit seiner Interviewpartnerin Maria Furtwängler.  © Screenshot des heute-journals vom 12-07.2017

"Ich habe in ihrer Studie gelesen, sie zählen die Tiere und sagen, die Männerstimmen überwiegen und die männlichen Ameisen überwiegen. Wollen Sie jetzt Benjamin Blümchen Gender-Mainstreamen, oder wohin führt das?", fragt der Moderator herausfordernd, ja, fast frech.

Generell unterbrach Kleber während des gesamten Interviews mehrfach die Schauspielerin, schnitt ihr das Wort ab und schien so gar nicht auf die Antworten Furtwänglers einzugehen.

Da ist es kein Wunder, dass ihm die diesjährige "Saure Gurke" verliehen wurde! Doch annehmen, will der Moderator den Preis nicht. Ob die Argumente "weil es 2017 ist" oder " weil der Pranger in D'land 1853 final überwunden wurde", gut bei den Medienfrauen, die den Preis ausgelobt haben, ankommt, sei mal dahingestellt.

Der Negativpreis "Saure Gurke" wird jährlich von den Medienfrauen verliehen und soll bewirken, dass eine diskriminierende Darstellung von Frauen in Produktionen und Sendungen aus öffentlich-rechtlichen Sendern verschwinden.


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