Dunya Hayali moderiert erstmals Sportstudio und kaum jemanden reißt es vom Hocker

Mainz - Neue Saison, neue Moderatorin. So hielt es das ZDF beim Sportstudio, das auch am gestrigen Samstagabend wieder ab 23 Uhr ausgestrahlt wurde. Im Blickpunkt der Sendung stand Journalistin Dunya Hayali (44), die erstmals durch das Programm führte.

Sicher und souverän führte Dunya Hayali durch das ZDF-Sportstudio. So richtig Spannung kam dadurch nicht auf.
Sicher und souverän führte Dunya Hayali durch das ZDF-Sportstudio. So richtig Spannung kam dadurch nicht auf.  © DPA

Die Voraussetzungen für die 44-Jährige waren dabei alles andere als einfach. Vor ihrem Sportstudio-Debüt hatte es nämlich reihenweise Absagen prominenter Nationalmannschafts-Mitglieder gehagelt (TAG24 berichtete).

An eine Aufarbeitung des WM-Debakels war somit nicht zu denken.

Die ZDF-Dame musste deshalb mit Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel (64), einem wahren Altmeister der Bundesliga, vorlieb nehmen.

Mit dem Defensiv-Fanatiker im Studio wirkte das Gespräch einstweilen so wie die typische Spielweise der Teams des 64-Jährigen, etwas altbacken, brav, aber auch sicher und stabil.

Bloß keinen Fehler machen, so oft genug das Credo Funkelscher Mannschaften und diesmal auch von Hayalis Moderation.

"Heute das dürfte wahrscheinlich auch für sie etwas ganz Besonderes gewesen sein," wählte Hayali bei der Begrüßung die offensichtlichste Gesprächseinleitung, die Funkel dankbar aufgriff und von einem "besonderen Moment" sprach.

Die preisgekrönte Journalistin Dunya Hayali musste im Vorfeld der Sendung zahlreiche Absagen hinnehmen.
Die preisgekrönte Journalistin Dunya Hayali musste im Vorfeld der Sendung zahlreiche Absagen hinnehmen.  © DPA

Über das Thema Video-Schiedsrichter, bei dem es schien, als ob Hayali bloß nicht anecken wollte, ging der Talk über zu den Bundesliga-Perspektiven der Fortuna.

"Viele ihrer Spieler haben zwar Erstliga-Erfahrung, aber nur 1,2 oder 3 Spiele, glauben sie dass das reichen wird?", war noch die kritischste Nachfrage, die Hayali an den mehrfachen Aufstiegstrainer richtete. "Na klar, glaub ich das", antwortete Funkel schmunzelnd, auch die Fernseh-Journalistin lächelte bei ihrer Frage.

Als Zuschauer bekam man das Gefühl, dass hier bloß kein Zündstoff geliefert werden sollte.

Nach gut 85 Minuten inklusive Spielberichten und Torwandschießen war das erste Mal für Dunya Hayali vorbei. Ein Publikum von knapp 2 Millionen bedeutete einen Marktanteil von 12,3 Prozent. Alles zufriedenstellend, doch irgendwie auch nicht wirklich Besonders.

Zu genau dieser Einschätzung kommen auch die, die sich das Sportstudio angeschaut haben. "Das war nun wirklich nichts, ganz egal, ob links oder Frau oder gleichgeschlechtlich liebend. Langweilig. Öde. Spröde", "Die @dunjahayali macht ihre Sache sehr gut und besser als sämtliche aktuellen #Sportstudio Moderatoren zusammen", "Ich finde die Fragen von der Hayali an den Funkel grottenschlecht" bewegt sich das Echo der Twitter-Kommentare irgendwo zwischen, Langeweile, Zustimmung und Ablehnung, was irgendwie genau dem Meinungsbilld entspricht, das bereits vor der Premiere von Hayali vorherrschte.

"So prickelnd wie Klarlack" schätzt die Welt den preisgekrönten Auftritt der Journalistin am Samstagabend ein. Ob Hayali in der nächsten Sportstudio-Sendung mehr Eindruck hinterlassen kann?