Live bei Maischberger: FDP-Chef Lindner schimpft über Hartz-IV-Empfänger

Berlin - Während das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gerade dabei ist, Hartz-IV-Sanktionen unter die Lupe zu nehmen und eventuell auch zu kippen, ging es bei "Maischberger" (ARD) um die Frage: Wie hart darf ein Sozialstaat sein?

Schauplatz der fehlenden Empathie: Sandra Maischberger lud zum Hartz-IV-Talk ein.
Schauplatz der fehlenden Empathie: Sandra Maischberger lud zum Hartz-IV-Talk ein.  © DPA

So gaben sich unter anderem FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner (40) und Grünen-Mann Robert Habeck (49) am Mittwochabend die Hartz-IV-Klinke in die Hand. Es wurde eifrig diskutiert, oft auch mit fehlendem Verständnis und Empathie.

Während Lindner die umstrittene Sanktions-Thematik verteidigte, konterte Habeck mit entgegengesetzter Meinung und forderte die Abschaffung der Abzüge.

Lindner verdeutlichte im Talk, dass er an der Leistungsbereitschaft der Menschen zweifelt. Deshalb will er auch an den Sanktionsmöglichkeiten festhalten. Gegensätzlicher Meinung ist Grünen-Chef Habeck. Er glaubt an den Willen der Weiterentwicklung der arbeitslosen Menschen.

Besonders hart ins Gericht ging Lindner mit dem ebenfalls im Studio sitzenden Kevin Falke, Hartz-IV-Empfänger. Falke lebt seit vier Jahren von Arbeitslosengeld II. Der Hart-IV-Empfänger erläuterte seine Situation, in dem er seine Leidenszeit schilderte und die Maßnahmen des Jobcenters kritisierte.

Aus dem Monolog klang raus, dass Falkes größte Schwäche das Durchhaltevermögen sei, denn er brach seine letzten Jobs ab oder wurde vom Arbeitgeber gekündigt. Dies nahm Lindner als Startschuss für ein "Belehrungs-Feuerwerk".

Vorab unterstrich er selbstgefällig seinen erfolgreichen Werdegang: "Ich arbeite seit meinem 18. Lebensjahr, nur mal vor weg." Falke sollte die Fehler nicht beim Jobcenter, sondern bei sich selbst suchen und erstmal nachweisen, dass er verlässlich arbeitet. Gekonnt drängt der FDP-Chef seinen Gesprächspartner in die unterste Schublade, der seinen Traumberuf vom LKW-Fahrer leben möchte. Er führt fort: "Das Leben ist kein Wunschkonzert. Man ist nicht immer nur Opfer."

Mangelt es Herrn Lindner an Empathie? Im Mai 2018 verursachte er bereits einen Shitstorm, in dem er bei "Hart aber Fair" durch die Kamera Niedriglöhner (Pizzaboten) in seiner Umgebung grüßte und ihnen zwei Euro anbot. Linder appellierte damals, die Niedriglöhner besser auszubilden, dass die qualifizierte Jobs machen könnten und so auch mehr Geld verdienen würden.

Christian Lindner will die Sanktionen des Jobcenters beibehalten.
Christian Lindner will die Sanktionen des Jobcenters beibehalten.  © DPA

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