Schwangerer wird Baby für OP aus dem Bauch entnommen und danach wieder eingesetzt

Maldon (England) - Für Bethan Simpson (26) aus dem englischen Städtchen Maldon war die Diagnose ein Schock: In der 20. Schwangerschaftswoche erfuhr die werdende Mutter, dass ihre ungeborene Tochter an Spina Bifida leidet, einer Fehlbildung an der Wirbelsäule. Ihre Ärzte erwogen einen Schwangerschaftsabbruch, doch die 26-Jährige entschied sich für eine neue Operationsmethode, berichtet "BBC".

Bethan Simpson (26) im Krankenhaus.
Bethan Simpson (26) im Krankenhaus.  © Facebook/Screenshot/Bethan Simpson

Bethan Simpson ist eine der ersten Mütter in Großbritannien, die sich der bahnbrechenden "Fetal-Operation" unterzogen hat. Während einer vierstündigen Operation wurde ihr Mutterleib geöffnet und das Baby kurz herausgenommen, damit das Rückenmark korrekt an den Spinalkanal "angenäht" werden konnte. Das zu dem Zeitpunkt der Operation 24 Wochen alte Kind wurde danach wieder zurück in den Bauch ihrer Mutter gelegt.

"Ich kam um ein Uhr von der OP und konnte fühlen, wie sie sich an diesem Abend bewegte", sagte Simpson laut "BBC". "Es war beruhigend, den ersten Tritt nach der Narkose zu spüren. Sie ist jetzt natürlich größer und ihre Tritte sind stärker."

Außerdem sagte die Britin, dass sie sich an den Chirurgen erinnerte, als er ihr später auf der Station folgendes erzählte: "Ich habe Ihr Baby in der Hand gehalten."

Beth Simpson soll die vierte Patientin sein, die sich in Großbritannien der Operation unterzog, wobei das Verfahren hauptsächlich in Belgien und den Vereinigten Staaten durchgeführt wird.

Der Neurochirurg Dominic Thompson hielt die Kleine kurz in seinen Händen

Eine rührende Geste nach der Operation.
Eine rührende Geste nach der Operation.  © Facebook/Screenshot/Bethan Simpson

Dominic Thompson, der führende Neurochirurg des zuständigen "Great Ormond Street Hospital", beschrieb die Operation an dem Baby als "eine unglaubliche Reise". "Bis jetzt, als die Menschen diese verheerende Nachricht bekamen, gab es zwei Möglichkeiten - mit der Schwangerschaft fortfahren oder sie abbrechen. Dies bietet jetzt eine dritte Option", sagte er.

"Es ist kein Heilmittel. Es gibt jedoch eindeutige Beweise dafür, dass die Aussichten durch eine frühzeitige Operation viel besser sind", so Thompson weiter.

Gill Yaz von der Spina Bifida-Wohltätigkeitsorganisation "Shine" sagte, die Fachärzte der fötalen Medizin hätten erkannt, dass es Optionen gibt, die "eher verfügbar sind als nur ein Schwangerschaftsabbruch".

"Die Menschen müssen sich bewusst sein, dass dies kein Heilmittel ist, es kann in manchen Fällen überhaupt keinen Unterschied machen", sagte sie. Dennoch schlug sie vor: "Sie müssen mit offenen Augen darauf eingehen."

Im April soll das Kind von Bethan Simpson auf die Welt kommen. Die Zeit wird zeigen, wie sich die Kleine dann entwickelt.

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