Unerwünscht: 120 Flüchtlinge hausen auf Malta in Viehställen

Valletta - Malta will rund 120 Migranten nach Italien abschieben, die unter menschenunwürdigen Bedingungen in ehemaligen Viehställen auf einem Bauernhof untergebracht sind.

Malta: Migranten warten darauf von Bord des Rettungsschiffs Aquarius im Hafen von Senglea zu gehen.
Malta: Migranten warten darauf von Bord des Rettungsschiffs Aquarius im Hafen von Senglea zu gehen.  © Roberto Runza/XinHua/dpa

Sie seien zwar legal nach Malta gereist, verfügten aber nicht über die notwendige Arbeitserlaubnis, sagte Regierungschef Joseph Muscat am Sonntag in einem Interview des Labour-Senders One Radio.

"Sie sind in Italien angekommen, konnten dort aber keine Arbeit finden. Also kamen sie nach Malta", sagte Muscat. Ihre Gepäckstücke hätten bei der Ankunft noch die Etiketten italienischer Flughäfen getragen.

Die Behörden hatten erst am Montag den Bauernhof in der Kleinstadt Qormi geräumt, wo die überwiegend aus Afrika stammenden Migranten gehaust hatten. Die Ställe waren demnach illegal zur Unterkunft für ausländische Arbeiter auf der Suche nach einer günstigen Bleibe genutzt worden.

Malta und Italien streiten darüber, wer für die im Mittelmeer geretteten Migranten verantwortlich ist. Beide Länder gehen hart gegen Schiffe von Nichtregierungsorganisationen vor.

Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega hat Malta wiederholt vorgeworfen, sich der Verantwortung zu entziehen. Die Regierung in Valletta bestreitet das.


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