"Maneater" im Vorab-Test: Dieses Mal seid Ihr das Monster

München - Seit im Dezember 1975 im beschaulichen Örtchen Amity Strandurlauber von einem riesigen Hai zerlegt wurden, können viele kaum noch ins Meer gehen, ohne dabei - wenn auch nur ganz leicht - ein mulmiges Gefühl zu bekommen.

Screenshot aus unserem Spieletest: Die Menschen lassen sich die Angriffe nicht lange gefallen.
Screenshot aus unserem Spieletest: Die Menschen lassen sich die Angriffe nicht lange gefallen.  © Screenshot/Tripwire Interactive, Deep Silver

Diese Ur-Angst vor der Gefahr aus der Tiefe, wie sie der oben umschriebene Film "Der Weiße Hai" in uns hervorgerufen hatte, möchte "Maneater" zurückbringen.

In diesem Fall ist "Maneater" auch kein Boss-Charakter aus "Castlevania", nein, dieses Game handelt von einem Bullenhai.

Und in die Rolle dieser Kreatur schlüpft der Spieler. Man beginnt sehr entspannt im Tutorial, wo man lernt, andere Meeresbewohner anzugreifen und zu fressen, um sein Energie-Level zu befüllen.

Luftsprünge, ausweichen oder Beute (später Gegner) mit einem Flossenangriff zu verletzen gehört zu den ersten Dingen, die einem beigebracht werden - und die man schnell auch in die Tat umsetzen muss.

Als eine der ersten Aufgaben muss man zehn Strandbesucher fressen. Zugegeben, das klingt dezent brutal. Aber, hey, schließlich ist man auch ein Bullenhai. Hier kann man nicht einfach beim McD(r)ive vorbei schwimmen. Außerdem gehören Bullenhaie zu den für Menschen potenziell gefährlichsten Haien.

Das ist auch den "Die Sims"-ähnlichen Bewohnern klar und man bekommt - quasi als kleinen ersten Endboss-Kampf im Tutorial - Ärger mit bewaffneten Jägern. Während dem Spieler nun Pistolenkugeln und Harpunen um die Ohren fliegen, muss man die Boote mit den menschlichen Antagonisten zum Kentern bringen, um diese dann zu fressen.

Ist das geschafft, kommt die erste story-relevante Videosequenz, die zugleich den eigenen Tod bedeutet. Doch damit verbunden entsteht die Hintergrundgeschichte des Charakters, den man ab nun steuert.

Das Ziel ist die Rache am Mutter-Mörder

Haißhunger? Neben Meeresbewohnern wird auch Jagd auf Strandbesucher gemacht.
Haißhunger? Neben Meeresbewohnern wird auch Jagd auf Strandbesucher gemacht.  © Tripwire Interactive, Deep Silver

Während nun also im Tutorial die Coast Guards scheitern, den Killerfisch zu töten und stattdessen selber auf der Speisekarte landen, schaltet sich "Scaly Pete" ein.

Der bärtige Muskelprotz fackelt nicht lange, wenn sich ein Hai nähert, und macht mit den Tieren kurzen Prozess. Auch mit dem Spieler selbst, denn den Fisch, den man eben noch gesteuert hat, findet man kurz darauf am Schwanz aufgehängt auf Petes Schiff ausbluten.

Dabei stellt der furchtlose Fisch-Fighter fest, dass seine Beute nicht nur weiblich, sondern auch schwanger ist. Er schneidet das Jungtier aus dem Bauch, schneidet zwei kleine Ecken in die Heckflosse, um das Tier wiederzuerkennen, sollten sie später aufeinander treffen (Spoiler: es wird passieren. Überraschung.) und möchte den Baby-Hai ins Wasser werfen. Schließlich braucht ein funktionierendes Ökosystem auch Jäger.

Als Mini-Hai beißt man jedoch dem Mörder seiner Mutter noch die Hand ab, ehe man im Wasser des Open-World-Games landet. Ab hier beginnt die Geschichte von "Maneater". An den Geschmack von Menschenfleisch seit Minute eins an gewöhnt, geht es nun darum, mit den Gefahren im Wasser zu überleben und einzelne Boss-Gegner zu besiegen.

Blutig-brutaler und bissiger RPG-Spaß

Alligatoren sind eine der ersten großen Gefahren, die im Wasser auf den Baby-Bullenhai warten.
Alligatoren sind eine der ersten großen Gefahren, die im Wasser auf den Baby-Bullenhai warten.  © Tripwire Interactive, Deep Silver

Anfangs - als Baby - lernt man die Umgebung kennen, wird darin geübt, bestimmte Gegenstände im Wasser zu finden und zu "bergen" und trifft auf die ersten Bösewichte.

Andere Raubfische oder Alligatoren können zur tödlichen Gefahr für den kleinen Killer werden.

Nach und nach levelt man jedoch seine Fähigkeiten auf und trifft später, wenn es dann vom seichten Wasser in den Ozean geht, unter anderem auch auf andere Haie. Jedoch ist diese Hai-Society dem Protagonisten nicht unbedingt freundlich gestimmt.

Mit jedem besiegten Gegner und erfolgreicher (Side) Quest verdient man sich die Möglichkeit, seinen älter werdenden Bullenhai zu verbessern. Setze ich meine Fähigkeitspunkte für stärkere Kiefer oder stärkere Schwanzflossen ein, also mache ich meine Angriffe tödlicher oder meine Geschwindigkeit besser? Und man wird immer besser vorbereitet auf den finalen Endkampf.

Fazit: "Maneater" dreht die klassische Man-vs.-Monster-Geschichte um und macht den Gamer zum gefräßigen Killer. Schon sehr früh muss man sich gegen Feinde zur Wehr setzen, kann diesen aber auch entkommen (außer Endgegnern), indem man ihr Gebiet schnell verlässt. Die Ruhephasen wirken tatsächlich entspannend und man kann durch eine schön designte Unterwasserwelt schwimmen.

Gra-fisch ist das Spiel auf Standard-Level und auch die Steuerung ist schnell zu erlernen, weil intuitiv. Tripwire Interactive und Blindside Interactive haben hier als Entwickler eine durchaus interessante Variante eines RPGs erschaffen, die einem ungewohnte Einblicke ermöglicht. Am 22. Mai erscheint dieses Mini-GTA für Meeresfrüchte für PC, PS4 und Xbox One.

Titelfoto: Tripwire Interactive, Deep Silver

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