Braunkohle statt Kirche: Dieses Gotteshaus samt Dorf wird platt gemacht

Kerpen-Manheim/NRW - Mit einer letzten Messe haben knapp 400 Menschen im Tagebaudorf Kerpen-Manheim im Rheinischen Revier Abschied von ihrer Kirche genommen.

Die Kirche in Kerpen-Manheim wird in wenigen Jahren sehr wahrscheinlich abgerissen.
Die Kirche in Kerpen-Manheim wird in wenigen Jahren sehr wahrscheinlich abgerissen.  © Horst Konopke

Die Entweihung der katholischen Kirche St. Albanus und Leonhardus begann am Samstagnachmittag mit einem minutenlangen Glockengeläut.

Der Kirchenbau am Tagebau Hambach in der Nähe zum Hambacher Forst ist damit für den Abriss freigegeben, der noch nicht terminiert ist.

Die Umsiedlung in dem fast verlassenen Dorf soll 2022 abgeschlossen sein.

Rund 150 Demonstranten, darunter auch Teilnehmer von "Fridays for Future", wandten sich gegen den drohenden Abriss.

Kritik richtete sich auch gegen die katholische Kirche, weil sie den Kirchenbau an den Energiekonzern RWE verkauft hat.

"Wir verteidigen die Schöpfung und was macht Ihr?", hieß es auf dem Schild eines Demonstranten, oder "Herr, vergib Ihnen nicht, denn sie wissen was sie tun."

Die Klima-Allianz Deutschland kritisierte in einer Mitteilung: "Obwohl der Hambacher Wald erhalten bleiben soll, zerstört RWE die Dörfer Manheim und Morschenich hinter dem Wald unbeirrt weiter, reißt Häuser und Bäume nieder", verwies die Umweltorganisation auf die Kohlekommission, die den Erhalt des Hambacher Forsts als "wünschenswert" bezeichnet hatte. Bei Erhalt des Waldes sei das unnötig.

Nach der Empfehlung der Kohlekommission, bis 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen, gibt es Forderungen, Kirchen und Dörfer an den Rheinischen Tagebauen zu erhalten.

Das Dorf samt Kirche ist jetzt schon fast komplett verlassen.
Das Dorf samt Kirche ist jetzt schon fast komplett verlassen.  © Horst Konopke

Titelfoto: Horst Konopke

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