Manipuliert "Das Erste" unsere Wetterkarten? Das ist dran am Vorwurf der AfD

Berlin - Etwa zehn Jahre liegen zwischen den beiden Tagesschau-Wetterkarten, die für die AfD nur eines bedeuten können: die öffentlich-rechtlichen Sender versuchen ihre Zuschauer ideologisch zu manipulieren. Doch was ist dran an dem Vorwurf?

Die Fragen, die dieser Post aufwirft, sind leicht zu beantworten.
Die Fragen, die dieser Post aufwirft, sind leicht zu beantworten.  © Oliver Berg/dpa / Screenshot @afd.landau.suew

Auf den ersten Blick scheint es tatsächlich verwunderlich. In etwa die gleichen Temperaturen sind auf dem Post der AfD zu sehen, einmal im Jahr 2009, einmal im Jahr 2019.

Vor zehn Jahren wurde die gesamte Karte in saftigem Grün dargestellt, doch in der aktuellen Variante in dunklem und bedrohlichem Rot.

"Noch offensichtlicher wie es die öffentlich-rechtlichen Sender zur Zeit tun, kann man wohl nicht ins Horn der Grünen blasen!", schlussfolgert dazu beispielsweise der AfD-Kreisverband "Landau / Südliche Weinstraße" in einem Post auf Facebook. Rechtschreibung übernommen

Und weiter: "Die "neue" #Wetterkarte der #Tagesschau soll wohl dem Zuschauer 'signalisieren', er würde am Folgetag verbrennen...". Dramatisiert die AfD so Temperaturen, die bis vor wenigen Jahren noch als ganz normal galten?

Was ist dran, am AfD-Posting?

Kurz nach der Temperatur-Karte wurde dann auch, wie immer, die reguläre Wettervorschau gezeigt.
Kurz nach der Temperatur-Karte wurde dann auch, wie immer, die reguläre Wettervorschau gezeigt.  © Screenshot ARD Mediathek

Inzwischen hat sich "tagesschau.de" selbst zu den Vorwürfen geäußert. Und die Erklärung ist tatsächlich eine sehr einfache.

Es handelt sich anscheinend wirklich um echte Karten, allerdings nicht um die gleiche Art.

Denn je nach Thematik werden verschiedene Karten genutzt, um passend darzustellen, wie das Wetter wird. Bekannte Beispiele dafür sind etwa Wetterkarten, die Luftströme, Niederschläge, oder eben Temperaturen grafisch darstellen.

Um letztere handelt es sich auch bei dem knallroten Exemplar, das die AfD in ihrem Posting untergebracht hat. Oder wie die Tagesschau selbst es in einer Stellungnahme erklärt:

"Durch die Einfärbung kann man auch dort, wo keine Zahl steht, erahnen, wie hoch die Temperaturen etwa werden. Die Skala kann dabei von Dunkelrot für heiße Temperaturen bis kaltem Blau reichen."

Deutscher Wetterdienst: "Äpfel mit Birnen vergleichen"

Bei der verglichenen Karte in Grün, handele es sich hingegen um die "Aussichten für die kommenden drei Tage, bei der nicht nur die Temperaturen, sondern auch Angaben über Bewölkung, Niederschlag oder Sonnenschein angezeigt werden."

Diese Informationen würden mit einer "neutralen Karte" hinterlegt. Das sei auch 2009 bereits so gewesen. Sieht man sich zusätzlich die Wettervorschau weiter an (hier zu finden), so taucht nach der Temperatur-Vorausschau auch das "neutrale Vergleichsbild" auf – wie 2009 eben.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte inzwischen die Aussagen der Tagesschau in einem Tweet. "Äpfel mit Birnen vergleichen - eine Methode der Manipulation." heißt es darin.

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