Trotz mieser Quote: Hayali will es weiter probieren

Mainz/Berlin - Den Sommer über hat es sich ausgetalkt - zumindest für die alten Talkshow-Hasen... Illner und Co. machen Urlaub. Da hat das ZDF seine Wunderwaffe ins Programm gehievt: Dunja Hayali darf ran (TAG24 berichtete).

Dunja Hayali, Katharina Schulze und Dr. Peter Ramsauer.
Dunja Hayali, Katharina Schulze und Dr. Peter Ramsauer.  © ZDF/Jule Roehr

Seit 2010 ist sie Hauptmoderatorin des "ZDF-Morgenmagazins" und bald im Sportstudio. Seit Mai 2018 trägt sie das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Und genau dieses Engagement führt sie fort: seit Juli immer am ersten Mittwoch im Monat. So der Plan.

Klar, auch im Sommer soll öffentlich-rechtlich diskutiert werden... Aber so recht wollten die Zuschauer nicht anbeißen.

Immerhin hatten sich noch unmittelbar vor dem Talk satte fünf Millionen Zuschauer entschieden, bei "Marie Brand", dem beliebten ZDF-Krimi, einzuschalten.

Doch an diese Quote kommt Dunja Hayali nicht heran! Wozu auch noch ein Talk zum Thema "Flüchtlinge"? Diese Kritik ist zahlreich in den Kommentaren der sozialen Medien zu lesen.

In diesem Sommer trägt ihre Sendung erstmals den Namen der Moderatorin. >> "Dunja Hayali" macht nun schon seit drei Jahren das Sommerloch voll. Und dieses Jahr sollte es ganz besonders neu und unterhaltsam sowie informativ werden. Hat sie sich zu viel vorgenommen? Waren die 60 Minuten zu kurz?

Der Auftakt misslang. Nicht nur aus Quotensicht: Nur 1,45 Millionen Zuschauer haben sich vor dem Fernseher versammelt. Knapp zehn Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum und nur 4,4 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Da brachte selbst das "Auslandsjournal" davor noch 2,37 Millionen Zuschauer.

"Wer hat da gerade gelacht?"

Dunja Hayali im Gespräch mit Tankred Stöbe (Ärzte ohne Grenzen).
Dunja Hayali im Gespräch mit Tankred Stöbe (Ärzte ohne Grenzen).  © ZDF/Jule Roehr

So gibt sich die Dattelnerin auch auf Instagram am Freitagnachmittag selbstkritisch: "es gab licht und schatten in unserer ersten #dunjahayali - sendung. wir arbeiten, grübeln, diskutieren und probieren weiter aus! work in progress! danke an alle, für‘s gucken und für faire anmerkungen!" (Rechtschreibung übernommen)

Zuschauer spendeten zwar auch Lob, aber die "Einseitigkeit" des Talks stieß doch einigen auf.

Acht Gäste und sehr viele kurze Einspiel-Filme: Dunja Hayali bewegte sich viel in ihrem TV-Studio. Themen wie Änderung der Asylverfahren, Seenotrettung, die Situation auf dem Mittelmeer, Integration, Migrationsplan, Grenzkontrollen und Ankerzentren - die Diskussion wirkte überfrachtet.

Zu Wort kamen CSU-Mann Dr. Peter Ramsauer und die Bayern-Grüne Katharina Schulze. Man spürte den bayrischen Wahlkampf auf dem Berliner Sofa. Haften bleibt hiervon einzig, dass sich Ramsauer über einen Zuschauer aus dem Studio-Publikum erregte, der laut lachte ("Wer hat da gerade gelacht?").

Die Mutter Fahima Malek, die ihre Kinder bei der Flucht verlor, kam nur kurz zu Wort. Der Kapitän der "Lifeline" sagte vor Sendungsbeginn ab. Dafür kam ein Vertreter von "Ärzte ohne Grenzen".

Im Anschluss sprachen noch Wolfgang Osterkamp vom "Erwerbslosen- und Sozialhilfeverein Leipzig" und die sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping. Außerdem waren Nikolaus Blome (Bild), Sohrab Kohistan (integrierter Flüchtling) und Gerald Knaus ("Erfinder" des EU-Türkei-Abkommens) in der Talk-Runde. Auch hier kaum Raum für kritische Gedanken zum Thema "Flüchtlinge".

Wer die Sendung sehen möchte, kann das >> hier in der ZDF-Mediathek. Am 8. August übrigens soll es den nächsten Hayali-Talk geben. Ob sich dann mehr dafür interessieren?

Wolfgang Osterkamp aus Borna und die sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping.
Wolfgang Osterkamp aus Borna und die sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping.  © ZDF/Jule Roehr

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