Mann auf offener Straße in Dresden bewusstlos geschlagen

Klar zu sehen ist, wie Veaceslav E. seinem Opfer gegen den Kopf tritt.
Klar zu sehen ist, wie Veaceslav E. seinem Opfer gegen den Kopf tritt.

Von Steffi Suhr

Dresden - Weil er einen Landsmann krankenhausreif schlug, wurde Veaceslav E. (33) im Dresdner Amtsgericht nicht nur verurteilt. Der Moldawier muss auch innerhalb einer Woche Deutschland verlassen.

Der studierte Verkaufsmanager war im September total ausgerastet. Auf der Leipziger Straße attackierte er Evgenie S. (47), stellte ihm ein Bein, warf ihn so unvermittelt zu Boden. Mit dem Gesicht schlug das Opfer auf dem Gehsteig auf, war sofort bewusstlos.

Damit nicht genug: Veaceslav trat ihm noch gegen den Kopf. Die Tat blieb zum Glück nicht unbemerkt: Türsteher Bernd L. (45) von der Nachtbar Klax auf der anderen Straßenseite rannte sofort herbei.

Da war Veaceslav E. schon dabei, seinem bewusstlosen Opfer Handy und Geldbörse zu rauben. "Ich zog den Täter weg, kümmerte mich um den Verletzten, da traf mich auch ein Schlag", berichtete Bernd L.

"Danach rannte der Täter weg, verlor dabei aber seine Beute. Ein Radfahrer verfolgte den Täter."

Veaceslav E. auf dem Weg zur Verhandlung.
Veaceslav E. auf dem Weg zur Verhandlung.

Veaceslav rannte bis zur Leisniger Straße, versteckte sich vergeblich hinter einem Stromkasten.

Er wurde festgenommen, saß seither in U-Haft. Sein Opfer kam mit gebrochenem Gesichtsknochen ins Krankenhaus. "Ich erinnere mich kaum an etwas", erklärte der Angeklagte, der in wenigen Tagen zum ersten Mal Vater wird.

Dann zeigte der Richter ihm das Video, das Überwachungskameras aufgezeichnet hatten. Völlig erschüttert schnappte der Angeklagte nach Luft und sagte: "Ja. Das bin ich. Ich erinnere mich, dass es wirklich so war. Ich bitte um Entschuldigung, dass so was vorgefallen ist."

Die Männer waren zuvor mit einem Freund im Klax. Das spätere Opfer Evgenie S. zahlte die Zeche. Der Täter war scharf auf die Geldbörse seines betrunkenen Kumpels. "Offenbar sind sie ein Mann mit zwei Gesichtern", konstatierte der Richter.

"Hier machen Sie einen völlig vernünftigen Eindruck, sind nicht vorbestraft. Aber unter Alkohol benehmen Sie sich wie die Axt im Walde." Veaceslav E. bekam 20 Monate Haft. Doch die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, er aus der U-Haft entlassen.

Aber, so der Richter: "Sie haben Deutschland innerhalb einer Woche zu verlassen und dürfen drei Jahre, so lange wie die Bewährungszeit läuft, nicht wieder hier einreisen."

Fotos: Screenshot Youtube


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