18-Jähriger wird von Antänzer ausgeraubt und überwältigt ihn selbst

Obwohl der Antänzer zuschlug, gab der Bestohlene nicht auf. (Symbolbild)
Obwohl der Antänzer zuschlug, gab der Bestohlene nicht auf. (Symbolbild)  © DPA

Schkeuditz - Sie zogen ihm das Portemonnaie und Geld aus der Tasche, dann war Schluss mit lustig: Denn ein 18-Jähriger hat in Schkeuditz einen Antänzer selbst überführt und der Polizei übergeben. Den zweiten konnte er so gut beschreiben, dass auch er vorläufig festgenommen wurde.

Der junge Mann war in der Nacht zum Sonntag mit seiner Freundin (16) in einer Sckeuditzer Disko im Ortsteil Dölzig unterwegs. Kurz nach ein Uhr in der Nacht ging das Paar nach draußen, um eine Zigarette zu rauchen.

Beide liefen die Döbichauer Straße Richtung Westringstraße, als sie von zwei Männern angesprochen wurden. Einer der beiden hob plötzlich das Bein des 18-Jährigen hoch und "hampelte" kurz damit herum. Anschließend verabschiedeten sich die Antänzer und wollten verschwinden. Doch der 18-Jährige bemerkte sofort, dass man ihm das Portemonnaie aus der Hosentasche gestohlen hatte und nahm die Verfolgung auf.

Er forderte seine Brieftasche von den Nordafrikanern zurück und bekam es nach einigem hin und her tatsächlich wieder. Doch das reichte ihm nicht: Es fehlten offensichtlich ein paar Geldscheine, die er sich ebenfalls holen wollte. Als der Bestohlene einfach nicht locker lassen wollte, versetzte einer der Räuber (35) ihm einen Faustschlag gegen den Hals. Der saß und die Diebe entkamen - vorerst.

Denn sie begingen einen entscheidenden Fehler und kehrten zu dem Schkeuditzer Club zurück. Dort überwältigte der 18-Jährige einen der Angreifer und hielt und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Die Polizeibeamten erkannten den 35-jährigen Dieb wieder, denn er hatte sich in der Vergangenheit schon des Öfteren etwas zu Schulden kommen lassen, und nahmen ihn fest. Am Montag wurde er dem Haftrichter vorgeführt, der den Nordafrikaner wegen räuberischen Diebstahls ins Gefängnis steckte, berichtet eine Sprecherin der Polizeidirektion Leipzig.

Die Suche nach dem zweiten Täter gestaltete sich vorerst schwierig. Doch der Bestohlene konnte den Dieb so detailliert schildern, dass er wenig später anhand eines Bildes, das den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes einer nahe gelegenen Flüchtlingsunterkunft vorlag, identifiziert werden konnte.

Als die Polizeibeamten ein paar Stunden später noch einmal in der Unterkunft vorbeischauten, ging ihnen der Gesuchte ins Netz. Auch ihn kannten die Polizisten noch von früheren Einsätzen. Er wurde wegen des Tatverdachts "räuberischer Diebstahl" vorläufig festgenommen.

Am Ende wurde der Mann jedoch laufen gelassen.


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