Mann beschwert sich bei Rettungswache, Antwort sorgt für Begeisterung

Rommerskirchen/NRW – Ein Unbekannter fühlte sich auf seinem Sonntagmorgendlichen Spaziergang vom Lärm einer Rettungswache belästigt. Er machte daraufhin seinem Unmut in einem Brief freie Luft. Die Rettungswache ließ es sich nun nicht nehmen auf überaus witzige Art darauf zu Antworten.

Mit dieser Beschwerde tat der Belästigte seinem Unmut kund.
Mit dieser Beschwerde tat der Belästigte seinem Unmut kund.  © Facebook.com/Rettungswache Rommerskirchen

Bei Facebook veröffentlichten die Mitarbeiter der Rettungswache den kurios wirkenden Beschwerdebrief und ihre Antwort.

Der Verfasser beschrieb darin, dass er am Morgen des 30.6. einen sonntäglichen Spaziergang mit einer weiteren Person machte.

Dabei kam er wohl gegen 7.20 Uhr an der Rettungswache Butzheim vorbei wo er "mit Erschrecken feststellen musste", dass ein junger Mann einen Rettungswagen mit einem Hochdruckreiniger säuberte.

Das laute Geräusch des Reinigers verfolgte die beiden Spaziergänger bis 7.50 Uhr.

Es sei eine "Unverschämtheit und eine Zumutung", dass der Wagen an einem Sonntagmorgen gereinigt werden müsse, so der wütende Verfasser.

Ruhezeiten würden doch für Rettungsdienste auch gelten müssen, so sein feuriges Plädoyer für die Sonntagsruhe.

In wenigen Sätzen auf humorvolle Weise zerpflückt

Ein Hochdruckreiniger war Stein des Anstoßes. (Symbolbild)
Ein Hochdruckreiniger war Stein des Anstoßes. (Symbolbild)  © DPA

Die Mitarbeiter der Wache hätten dem Verfasser gerne selbst geantwortet, da er aber "bedauerlicherweise und natürlich rein zufällig" keine Absende-Adresse angegeben hatte, wählten sie den Weg über das Internet. Und ihre Antwort ist bissig.

"Danke dafür, dass sie der schönen, typisch deutschen, Untugend des 'anonymen Anschwärzens' frönen. Ich darf annehmen, dass sie noch einer Generation entstammen, in der dies quasi zum 'guten Ton' gehörte", wird die Antwort schon humorvoll eingeleitet.

Man möchte dennoch für "Aufklärung und Erhellung" sorgen um "weitere, wirklich berechtigte Beschwerdebriefe Ihrerseits zu verhindern und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu gewährleisten."

Die Reinigung der Einsatzfahrzeuge ist aus dem einfachen Grund vonnöten, da sich in den sommerlichen Monaten "zahlreiche Insekten - ich bin geneigt sogar von Armaden zu sprechen - und anderes Getier u. a. die Windschutzscheibe und Blaulichtanlage des Rettungswagens bedecken". Da könne man mit Schwamm und Seife nicht viel ausrichten.

Dem wütenden Briefschreiber wird erklärt, "was geschieht, wenn wir SIE z. B. auf einer Einsatzfahrt, nicht richtig erkennen könnten, während sie des Morgens bei einem Ihrer ausgedehnten Spaziergänge 'durchs Dorf Richtung Feld' wandeln und sie dadurch womöglich noch in Mitleidenschaft gezogen würden."

Die daraufhin sogar berechtigten Beschwerdebriefe möchte die der Antwortende dann aber lieber nicht vorstellen.

Ein freundlicher Hinweis zum Abschluss der Antwort

Rettungswagenfahrer brauche freie Sicht. (Symbolbild)
Rettungswagenfahrer brauche freie Sicht. (Symbolbild)  © 123RF

Man sei sich vonseiten der Rettungswache aber sicher, dass der Verfasser wegen der "zu fließenden Regressansprüche" dann nicht seine Anschrift vergessen würde.

Dem sonntäglichen Spaziergänger wird aber noch der Vorschlag gemacht die "Rettungswache in Rommerskirchen zu besuchen und die Reinigung des Rettunsgwagens mit konventionellen und vor allem 'stillen' Mitteln zu versuchen."

Sollte dabei eine gewinnbringende Idee entstehen, würde das Geld in "einen (Benzin-) Rasenmäher und einen neuen Hochdruck-Reiniger" investiert.

Zum Schluss ihrer Antwort - die übrigens viel länger ist als die ursprüngliche Beschwerde - haben die Mitarbeiter der Rettungswache noch einen Rat für den Mann mit den guten Ohren.

"Abschließend empfehlen wir (nicht ganz ohne Eigennutz) bei den beschriebenen, derzeitigen Temperaturen auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Sie ist nicht nur einem stabilen Kreislauf förderlich, sondern sorgt auch dafür, dass stets die entsprechende Leistung des Gehirns, insbesondere des gesunden Menschenverstandes, dauerhaft gewährleistet ist."

Es bleibt zu hoffen, dass der Rat angenommen wird und die Rettungswache Rommerskirchen ihren Humor nie verliert.

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