Mann Hände abgehakt? Bilder von angeblich grausamem Verbrechen wurden dreist gefaked

Erfurt - Ein grausamer Facebook-Post zog in den vergangenen Tagen besonders in der Region rund um Erfurt seine Kreise. Doch jetzt hat die Polizei die Wahrheit hinter dem Bild ermittelt.

Die Polizei wies bei Twitter auf den Fake hin. (Bildmontage)
Die Polizei wies bei Twitter auf den Fake hin. (Bildmontage)  © dpa/Screenshot/Twitter/Polizei Thüringen

Auf dem Bild zu sehen war ein Mann, der offenbar blutüberströmt und anscheinend mit abgehackten Händen in einem Hausflur lag. Der dazu gepostete Kommentar suggerierte, dass der Täter ein Ausländer gewesen war.

"Merkels neue Kinder hacken Deutschen beide Hände ab.. Und nix in Nachrichten oder sonst was, wird alles totgeschwiegen!!!! Würd Zeit das man was dagegen tut", hieß es dort unter anderem. Rasend schnell verbreitete sich der Post und landete so auch bei der Polizei, die aber schnell erkannte, dass hier so einiges nicht stimmte.

Nicht nur gab es den beschriebenen, brutalen Vorfall überhaupt nicht, auch das Fotos wurde zum Zwecke des Posters manipuliert.

Denn entstanden war das Bild eigentlich bei einem Zwischenfall in einem Haus in Erfurt. Hier war ein Sohn auf seine eigene Mutter losgegangen, war dabei durch eine Glastür gefallen und hatte sich verletzt.

Als er blutend im Hausflur von Nachbarn versorgt wurde, war das Bild entstanden - mit Händen. Die wurden im Nachhinein anscheinend einfach retuschiert, sodass es aussah, als wären sie abgehackt worden! Das vermeintliche Opfer ist in diesem Fall also eher der Täter, denn gegen den 35-Jährigen wird wegen der Angriffe auf seine Mutter ermittelt.

"Der Kommentar, der im falschen Kontext zur Abbildung stand, war von dem Nutzer dafür bestimmt, die öffentliche Meinung gegenüber Ausländern negativ zu beeinflussen", heißt es nun von der Polizei.

Inzwischen sei der Post von dem Nutzer gelöscht worden, die Polizei wird der Fall aber noch weiter beschäftigen, die Ermittlungen laufen.

Titelfoto: dpa/Screenshot/Twitter/Polizei Thüringen

Mehr zum Thema Thüringen Crime:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0