Mann heiratet seine große Liebe, doch die ist gar nicht real

Tokio - Akihiko Kondo (35) ist schwer verliebt. Doch nicht in eine Frau aus Fleisch und Blut, sondern in die virtuelle Anime-Figur Miku Hatsune. Und die hat er nun endlich geheiratet.

Sind jetzt ein Ehepaar: Akihiko (35) und Miku Hatsune (16).
Sind jetzt ein Ehepaar: Akihiko (35) und Miku Hatsune (16).  © Screenshot/YouTube/MAS BEJO

Sie ist 16 Jahre jung, hat lange Haare und wunderschöne türkisfarbene Augen - und sie ist kein Mensch. Trotzdem ist Miku Hatsune die große Liebe von Akihiko Kondo.

Kennengelernt hat der Japaner das Anime-Girl im März diesen Jahres in der virtuellen Welt, denn Miku ist eine "Vocaloid"-Software, die Lieder singt. Sie wurde vom japanischen Illustrator "KEI" im Auftrag für Crypton Future Media entworfen.

Ihr Markenzeichen sind ihre langen, türkisen Zöpfe, ihre großen türkisgrünen Augen und vor allem ihre wunderschöne Stimme. Genau diese Merkmale sind der Grund, weshalb sich Akihiko so unsterblich in das 16-jährige Anime-Mädchen verliebt hat.

Jetzt hat er seine große Liebe endlich geheiratet. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, fand die feierliche Zeremonie mit 40 Gästen bereits Anfang November statt.

Nur eine wichtige Person erschien nicht: Kondos Mutter lehnte die Einladung zu der seltsamen Hochzeit ab.

Weil die Puppenversion von Miku Hatsune keine Finger hat, muss der Ring ums Handgelenk gelegt werden.
Weil die Puppenversion von Miku Hatsune keine Finger hat, muss der Ring ums Handgelenk gelegt werden.  © Screenshot/YouTube/MAS BEJO

"Für meine Mutter war es nichts, was man feiern konnte", so der 35-Jährige traurig. Doch das hielt ihn nicht davon ab, zwei Millionen Yen (umgerechnet rund 15.600 Euro) für seine unvergessliche Feier auszugeben. Am Tag seiner Hochzeit steckte er einer Puppeversion von Miku Hatsune einen Ring an das linke Handgelenk (die Puppe hat leider keine Finger).

Rein rechtlich gesehen ist die Hochzeit ungültig. Doch das stört den Japaner überhaupt nicht, denn er sieht sich trotzdem als verheirateten Mann mit ehelichen Pflichten. "Ich habe sie nie betrogen, ich war schon immer in Miku-san verliebt", erzählt der 35-Jährige.

Wie eine Frau aus Fleisch und Blut schläft die Puppe auch in seinem Bett. Mit "echten" Frauen kommt der Japaner nicht klar. In seiner Vergangenheit hat er schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht. Auf seiner Arbeit, Kondo arbeitet in der Verwaltung einer Schule, wurde er von vielen Frauen gemobbt. Teilweise so schlimm, dass er einen Nervenzusammenbruch erlitten habe.

Demnach ist er mehr als glücklich mit der Entscheidung, eine virtuelle Figur geheiratet zu haben. Er sieht sich als Teil einer "sexuellen Minderheit", die sich nicht vorstellen kann, "echte" Frauen zu treffen. "Ich glaube, wir müssen alle Arten von Liebe und Glück respektieren", so der Japaner.


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