Aus Eifersucht? Mann gesteht Messerattacke auf Frau und Schwiegervater

Lübeck - Ein 44 Jahre alter Mann, der seine Frau und seinen Schwiegervater mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben soll, steht von Donnerstag an in Lübeck vor Gericht.

Der Angeklagte gab am Donnerstag ein erstes Geständnis ab.
Der Angeklagte gab am Donnerstag ein erstes Geständnis ab.  © DPA

Er soll im Oktober 2017 seine 20 Jahre alte Ehefrau und deren Vater attackiert haben. Die Opfer seines Angriffs hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft an dem Tag persönliche Gegenstände der jungen Frau aus der Wohnung holen wollen.

Die 20-Jährige hatte sich zuvor von ihrem Ehemann getrennt. Als Motiv für die Messerstiche vermutet die Staatsanwaltschaft Eifersucht. Der Angeklagte habe verhindern wollen, dass seine Frau sich einem anderen Mann zuwendet.

Der Angeklagte hat die Vorwürfe bislang bestritten.

Update, 11.12 Uhr: Mit einem Geständnis hat der Prozess in Lübeck am Donnerstag begonnen. Der Angeklagte sagte durch seinen Verteidiger aus, die Verantwortung zu übernehmen, für das, was den Opfern passiert sei. Der Mann bat dafür um Entschuldigung. Er habe jedoch niemanden töten wollen.

Update, 15.50 Uhr: Am ersten Prozesstag schildert zunächst der aus Syrien stammende Angeklagte mit Hilfe eines Dolmetschers das Geschehen aus seiner Sicht. Die 20-Jährige und ihr Vater sind zu Prozessbeginn nicht anwesend. Beide sind Nebenkläger, sollen zu einem späteren Zeitpunkt befragt werden.

Vor der Hochzeit mit der 20-Jährigen habe er ein Verhältnis mit deren Mutter gehabt, sagt er vor Gericht. "Ich habe mich dann in die Tochter verliebt. Um sie heiraten zu können, bin ich vom Christentum zum Islam übergetreten", sagt er. 2015 sei er dann mit seiner Frau, deren Eltern und Brüdern nach Deutschland gekommen.

Während der Angeklagte das Geschehen am Tattag schildert, bricht er immer wieder in Tränen aus und schlägt die Hände vors Gesicht. Wenige Wochen vor der Tat habe sich seine Frau von ihm getrennt, berichtet er. Sie habe es wohl nicht verwinden können, dass das Ehepaar das 2016 geborene gemeinsame Kind zur Adoption freigegeben habe.

"Als sie am Tattag kam, um ihre Sachen aus der Wohnung zu holen, flehte ich sie an, zu mir zurückzukehren", sagt der 44-Jährige. Als der Schwiegervater dazu kam, habe er ihn gefragt, ob er seine Tochter erneut verheiraten wolle. "Als er das bejahte, ist die ganze Welt um mich zusammengebrochen. Ich habe ein Messer vom Küchentisch genommen und wollte meinen Schwiegervater verletzen", sagt der Angeklagte unter Tränen. Als seine Frau dazwischen gegangen sei, habe er auch sie mit dem Messer getroffen. "Ich verdamme mich selbst für meine Handlungen."

Der Prozess wird am 4. Mai fortgesetzt. Ein Urteil wird für Mitte Juni erwartet.


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