Mann attackiert AfD-Mitglied an Wahlstand und muss jetzt zahlen

Dresden - Wahlkampf brutal: Weil er am Stand der Alternative für Deutschland (AfD) in Weixdorf ausfällig wurde, hockte Mike M. (39) vorm Amtsrichter. Der Zerspaner raste im September 2017 im Opel auf den Prospekte-Tisch zu und ging dann auf Parteimitglied Günther H. (73) los.

Tatort Parkplatz am Hohenbusch-Center in Weixdorf.
Tatort Parkplatz am Hohenbusch-Center in Weixdorf.

Tatort Parkplatz Hohenbusch-Center: "Ich sah den Stand, als ich zum Einkaufen fuhr, und dachte: 'Schauste mal in die Prospekte'", begründete Mike M., warum er den Opel über den Fußweg fuhr. "Dann wollte ich aber doch erst einkaufen und fuhr dran vorbei." Günther H. (73) dagegen: "Der fuhr direkt auf den Stand zu, nahm rasant die Kurve. Meine Frau war starr vor Schreck."

Gut 15 Minuten später kreuzte Mike am Stand wieder auf, blätterte in einer Broschüre. "Ich warf sie mit den Worten 'Euch ist nicht zu helfen' auf den Tisch zurück. Da wurde der Mann ausfällig. Wir haben gerangelt. Seine Frau griff mir ins Gesicht. Ich riss mich los, trat dem Mann in den Hintern."

Laut Anklage ging Mike auf den AfDler los, verdrehte ihm den Arm, rang ihn so zu Boden und trat auf ihn ein. Eine unbeteiligte Zeugin: "Er hörte erst auf, als viele Leute riefen, er soll das lassen. Dann ging er." Günther H. erlitt schwere Prellungen an den Rückenwirbeln, konnte lange nur im Sitzen schlafen. Sein Schienbein, mit dem er die Tritte abwehrte, ist noch lädiert.

Der Richter verurteilte Mike M. (bisher nicht vorbestraft) zu acht Monaten und zwei Wochen Haft. Die Strafe wurde zwar zur Bewährung ausgesetzt. Dafür soll er 1500 Euro Schmerzensgeld an das AfD-Mitglied zahlen.

"Sie wollten eine politische Meinungsverschiedenheit mit Gewalt lösen", konstatierte der Richter. "Aber damit verlassen Sie komplett den gesellschaftlichen Konsens."

Mike M. (39) soll laut Urteil Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen.
Mike M. (39) soll laut Urteil Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen.
Günther H. (73) musste beim Wahlkampf für die AfD schwer einstecken, wurde am Info-Stand körperlich attackiert.
Günther H. (73) musste beim Wahlkampf für die AfD schwer einstecken, wurde am Info-Stand körperlich attackiert.
Noch immer ist das Schienbein des Opfers nicht recht verheilt.
Noch immer ist das Schienbein des Opfers nicht recht verheilt.

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