Mann wird während der Geburt aus Kreißsaal geholt, um abgeschoben zu werden

Saalfeld - Kaum zu glauben, was Anfang Oktober in einem Saalfelder Krankenhaus passiert sein soll. Hier soll ein Vater während seine Frau im Kreißsaal lag zur Abschiebung abgeholt worden sein.

Fast hätte der Vater die Geburt seines Kindes verpasst. (Symbolbild)
Fast hätte der Vater die Geburt seines Kindes verpasst. (Symbolbild)  © 123RF

Wie das "Migazin" berichtete, soll der Flüchtling mit seiner Frau gegen zwei Uhr nachts in das Krankenhaus gefahren sein, denn bei ihr hatten die Wehen eingesetzt.

Während sie sich darauf freuten endlich ihren Nachwuchs zu bekommen, traten auf einmal acht Polizisten und Beamte der Ausländerbehörde in den Kreißsaal - der Kindsvater sollte doch tatsächlich während der Geburt abgeschoben werden.

Vom Frankfurter Flughafen aus sollte es für ihn zurück nach Italien gehen. Während seine Frau also in den Wehen liegt, wird der Mann mitgenommen - doch dann greifen die Hebammen ein. Sie telefonieren und protestieren, am Ende erfolgreich, denn der Vater darf wieder zurück zu seiner kleinen Familie.

"Dass so etwas in Thüringen und in unserem Landkreis möglich ist, schockiert mich. Den Behörden war bekannt, dass das junge traditionell verheiratete Paar ein gemeinsames Baby erwartet und es lag sogar eine vorgeburtliche Vaterschaftsanerkennung vor", so eine der anwesenden Hebammen.

Wer Schuld an dieser Aktion trägt, bleibt dagegen unklar. Denn Innenministerium und das Ministerium für Migration und Justiz schieben sich gegenseitig die Zuständigkeit zu.

Titelfoto: 123RF

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