Mann wird 30 Stunden nach Explosion in Beirut gerettet, bleibt aber verschollen

Beirut - Wo ist nur Amin al-Zahed? Der Hafenarbeiter konnte wie durch ein Wunder nach der furchtbaren Explosion in Beirut gerettet werden - doch nun kann ihn seine Familie nicht wiederfinden.

Die Ammoniumnitrat-Explosion am Hafen von Beirut hat Amin al-Zahed aufs Meer hinausgeschleudert. Erstaunlicherweise hat er dort trotzdem länger als einen Tag überlebt. (Bildmontage)
Die Ammoniumnitrat-Explosion am Hafen von Beirut hat Amin al-Zahed aufs Meer hinausgeschleudert. Erstaunlicherweise hat er dort trotzdem länger als einen Tag überlebt. (Bildmontage)  © Karim Sokhn/Twitter/PA Media/dpa und instagram.com/locatevictimsbeirut

Das Überleben von Amin al-Zahed ist ein merkwürdiger Fall. Zunächst scheint es so, als hätte die Suche nach dem vermissten Hafenarbeiter ein Happy End.

Nachdem es am vergangenen Dienstag am Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut zu einer gewaltigen Ammoniumnitrat-Explosion gekommen war, galt der Mann als verschollen. 

Glücklicherweise tauchte er am Mittwoch wieder auf: Unfassbare 30 Stunden lang trieb er in den Gewässern des Mittelmeeres vor der Stadt, ehe Rettungskräfte seinen blutüberströmten und schwer verletzten, aber immer noch lebendigen Körper aus dem Wasser zogen.

In sozialen Netzwerken verbreitete sich ein Bild von einem Sanitäter, der in einem blauen Boot neben dem Geretteten kniete. 

Medienberichten zufolge wurde Amin in die Rafic Hariri Universitätsklinik von Beirut gebracht. Das Kuriose ist aber: Dort kann ihn seine Familie nicht finden.

Familie des Überlebenden weiß nicht, in welchem Krankenhaus er liegt

Das Unglück hat den kompletten Hafen von Beirut verwüstet und Tausende Menschen obdachlos gemacht.
Das Unglück hat den kompletten Hafen von Beirut verwüstet und Tausende Menschen obdachlos gemacht.  © Georgia Pfleiderer/THW/dpa

Wie die unabhängige Journalistin Luna Safwan via Twitter vermeldet, hätte die Familie von Amin al-Zahed live im Fernsehen um Hilfe gebeten, weil er nicht in besagter Klinik aufgetaucht wäre.

Wegen der Bilder von seiner Rettung wären seine Angehörigen zwar sicher, dass er noch am Leben sei. Aber im Chaos nach der Explosion könnten sie ihn nun nicht ausfindig machen, denn sie wüssten nicht, in welchem Krankenhaus er liegt.

Es bleibt vorerst unbekannt, wie es dem Hafenarbeiter aktuell geht, ob er inzwischen wieder aufgetaucht ist und wie er überhaupt so lange auf dem Mittelmeer überleben konnte.

Allerdings handelt es sich bei ihm auch nicht um das einzige tragische Opfer der Katastrophe. Durch die Explosion von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat sind laut dpa mindestens 149 Menschen ums Leben gekommen und 300.000 haben ihr Zuhause verloren.

Titelfoto: Karim Sokhn/Twitter/PA Media/dpa und instagram.com/locatevictimsbeirut

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