Mann wird nach Diebstahl in Erfurt verhaftet und stirbt kurz darauf

Erfurt - Ein Diebstahl wurde einem Mann in Erfurt offenbar zum Verhängnis: Er kam erst in eine Gewahrsamszelle und starb wenig später in einem Krankenhaus.

Die Bundespolizei nahm vor dem Hauptbahnhof in Erfurt einen Mann aus Algerien fest, der zuvor einen Rucksack geklaut hatte.
Die Bundespolizei nahm vor dem Hauptbahnhof in Erfurt einen Mann aus Algerien fest, der zuvor einen Rucksack geklaut hatte.  © Martin Schutt/ZB/dpa

Der 32-Jährige war Beamten der Bundespolizei am 19. Juli gegen 17.30 Uhr an einem Imbiss in der Bahnhofstraße in Erfurt aufgefallen, als er einen Rucksack klaute. Der auf frischer Tat Ertappte wurde festgenommen und zur Dienststelle der Bundespolizei am Erfurter Hauptbahnhof gebracht (TAG24 berichtete).

Wie sich herausstellte, war er algerischer Staatsbürger und unerlaubt in das Bundesgebiet eingereist, er hielt sich deshalb auch ohne eine Berechtigung in Deutschland auf.

Weil er eine größere Menge Drogen-Ersatzmedikamente bei sich hatte, wurde zu den Ermittlungen ein Notarzt hinzugezogen, der die Gewahrsamstauglichkeit des Algeriers feststellen sollte. Der Mediziner bestätigte die Tauglichkeit gegen 21.15 Uhr

Bei der weiteren Vernehmung zwischen 22 Uhr bis 22.20 Uhr habe der Mann immer wieder zusammenhanglose Angaben gemacht und schlief mehrmals ein.

Inzwischen ordnete die Staatsanwaltschaft Erfurt die Entlassung des Beschuldigten an, weil sie die Durchführung eines beschleunigten Verfahrens zuvor abgelehnt hatte. Weil der Mann nun aber so fest schlief, entschieden die Polizeibeamten, ihn in der Zelle schlafen zu lassen.

Bis 3.15 Uhr gab es keine Auffäligkeiten

Ein Notarzt konnte den Mann noch stabilisieren, wenig später verstarb er aber in einer Klinik. (Symbolbild)
Ein Notarzt konnte den Mann noch stabilisieren, wenig später verstarb er aber in einer Klinik. (Symbolbild)  © DPA/Julian Stratenschulte;

Bei der regelmäßigen Kontrolle der Gewahrsamszelle gab es zunächst keine Auffälligkeiten. Bis 3.15 Uhr! Nun wurden bei dem Algerier keine Vitalfunktionen mehr festgestellt, mehrere Beamte begannen mit Reanimationsmaßnahmen und ein alarmierter Notarzt konnte den Mann schließlich stabilisieren.

Er wurde in das Helios Klinikum in Erfurt gebracht, dort starb er jedoch am 20. Juli gegen 18.30 Uhr.

Die Staatsanwaltschaft Erfurt ordnete die Beschlagnahme des Leichnams an. Die Obduktion der Leiche durch das Amtsgericht fand am Freitagnachmittag statt. Die Todesursache ist allerdings noch immer unklar.

Zur Klärung wurden nun auch histologische und chemisch-toxikologische Untersuchungen beauftragt, die einige Zeit in Anspruch nehmen werden.

Die Bundespolizei weist ausdrücklich darauf hin, dass es "derzeit keinen Anfangsverdacht für ein strafrechtlich relevantes Handeln einzelner Beteiligter" gibt.

Titelfoto: Martin Schutt/ZB/dpa

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