Party überfallen, Polizisten attackiert: Brutale Schläger-Gruppen tobten in der Nacht

Mannheim/Heidelberg/Karlsruhe - In der Silvesternacht haben gleich mehrere Männergruppen Menschen in Baden-Württemberg attackiert.

Ein BMW-Fahrer kam mit Verstärkung zurück, attackierte die Gäste einer Garagenparty. (Fotomontage/Symbolbild)
Ein BMW-Fahrer kam mit Verstärkung zurück, attackierte die Gäste einer Garagenparty. (Fotomontage/Symbolbild)  © dpa/123RF

Der erste Fall begann gegen 0.20 Uhr in Neckarbischofsheim bei Karlsruhe. Ein 48-jähriger feierte mit Familie und Freunden eine Garagenparty, er stand mit seinen Gästen auf dem Gehweg, so die Polizei. Da kam ein BMW angerast.

Der 48-Jährige hielt das Auto vor seinem Haus an, wollte den Fahrer darauf aufmerksam machen, dass auch Kinder am Straßenrand stehen und er langsamer fahren solle.

Der BMW-Fahrer wollte wütend aus seinem Fahrzeug aussteigen, was der Mann jedoch verhinderte und die Fahrertür zudrückte. Hierauf raste der Wagen davon.

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Stunden später, gegen 3 Uhr, Uhr kamen der unbekannte BMW-Fahrer und etwa sieben bis acht weitere Personen "überfallartig in die Partygarage gerannt, warfen dort die Bierbänke, Flaschen und Geschirr umher und schlugen mit den Fäusten auf die anwesenden Gäste ein", so die Polizei.

Dabei verletzten sie den 48-Jährigen, einen 21-Jährigen und einen 17-Jährigen. Der 21-Jährige musste, nachdem die Täter auf ihn eintraten, nachdem er auf dem Boden lag, per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Der 48-Jährige und 17-Jährige wurden leicht verletzt.

Die Angreifer verschwanden zunächst, kehrten aber etwa zehn Minuten später zurück, verwüsteten wieder alles und schlugen erneut auf die Gäste ein. Eine Fahndung blieb zunächst erfolglos. Jedoch wurde eine Personengruppe im wenige Kilometer entfernten Untergimpern kontrolliert. Ob diese an der Tat beteiligt waren, wird jetzt ermittelt.

Polizisten wurden in Mannheim von einem Mob attackiert. (Symbolbild)
Polizisten wurden in Mannheim von einem Mob attackiert. (Symbolbild)

Der zweite Fall spielte sich in Mannheim ab. Ein Zeuge hatte gegen 0.30 Uhr Schüsse auf ein besetztes Auto in der Humboldtstraße beobachtet, die Polizei alarmiert.

Vor Ort stellte sich heraus: Ein bislang Unbekannter fuhr mit seinem Renault durch die Straße, wo ihn eine Personengruppe nicht vorbeilassen wollte.

Daraufhin zog der Autofahrer eine Schreckschusspistole und drohte aus dem Wagen heraus einem 30-Jährigen.

Der nahm dem Fahrer die Waffe ab, feuerte mehrmals auf den Renault. Der Fahrer flüchtete zu Fuß aus seinem Auto und ließ seine Beifahrerin darin zurück. Während die Polizisten nun also die Personalien der Anwesenden kontrollierten, eskalierte die Situation und 50 bis 60 schlossen sich gegen die Beamten zusammen.

Obwohl ein Polizei-Großaufgebot mit mehreren Streifenwagen im Einsatz war, wollten die Gruppe dem ausgesprochenen Platzverbot nicht nachkommen, es kam zum Tumult. Dabei bekamen mehrere Beamte Faustschläge gegen Kopf und Körper ab.

Gegen die Schläger wurde Pfefferspray eingesetzt, sie wurden festgenommen und kamen mit aufs Revier. Die Schreckschusswaffe, die der 30-Jährige zuvor dem Fahrer abgenommen hatte, wurde sichergestellt. Die verletzten Beamten erlitten teilweise Prellungen und Platzwunden am Kopf - konnten ihren Dienst aber fortsetzen.

Die Polizei ermittelt wegen Verstoß gegen das Waffengesetz, Bedrohung, gefährlicher Körperverletzung, tätlichem Angriff gegen Polizeibeamte sowie Widerstand nun gegen mehrere Täter.

Zwei 20 und 28 Jahre alte Männer kamen mit Rettungswagen ins Krankenhaus. (Symbolbild)
Zwei 20 und 28 Jahre alte Männer kamen mit Rettungswagen ins Krankenhaus. (Symbolbild)

Der dritte Vorfall passierte in Heidelberg-Bergheim: Gegen 3 Uhr waren zwei Männer (20, 28) im "Moonliner"-Nachtbus der Nummer 2 oder 3 in Richtung Heidelberg-Wieblingen unterwegs.

Am Bismarckplatz versuchten etwa zehn arabisch aussehende Personen in den bereits übervollen Bus einzusteigen, worüber sich das Duo nach Polizeiangaben beschwerte. Während der Weiterfahrt kam es zum Streit. An der Haltestelle "Betriebshof" stiegen sowohl die jungen Männer als auch die zehnköpfige Gruppe aus.

Noch an der Haltestelle wurden der 20-Jährige und der 28-Jährige dann von fünf Personen aus der Gruppe heraus angegriffen. "Die Angreifer traten nach dem Kopf und dem Oberkörper der Männer", so die Polizei. Nachdem Zeugen einschritten, verschwand die zehnköpfige Gruppe in Richtung Hauptbahnhof.

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Eine Fahndung nach den Tätern verlief ohne Erfolg. Die beiden Opfer kamen per Rettungswagen ins Krankenhaus. Über die Schwere der Verletzungen war zunächst nichts bekannt. Die Ermittlungen dauern an.

Titelfoto: dpa/123RF

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